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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Geliebt – verschmäht – gehasst

17.11.2016

Bonn An dieses Datum möchten in diesen Tagen manche Aktionäre der Deutschen Telekom nicht gern erinnert werden: 18. November 1996. Der Börsengang des ehemaligen Staatsmonopolisten ist nun ziemlich genau 20 Jahre her. Es war der Startschuss zur Privatisierung des Bonner Unternehmens und zunächst der Beginn des Aufstiegs einer Aktie, die wie keine andere die Gemüter von Anlegern erregte.

Für 28,50 D-Mark (14,57 Euro) waren die Papiere angeboten worden – und die 712 Millionen T-Aktien gingen weg wie warme Semmeln. 1,4 Millionen Privatanleger ergatterten Anteilscheine. „Die Telekom geht an die Börse, und ich gehe mit“, warb damals der kürzlich verstorbene Schauspieler Manfred Krug für die T-Aktie, wofür er sich später entschuldigte. Der Konzern kassierte rund zehn Milliarden Euro aus seinem Kapitalmarkt-Debüt, drei Jahre später ungefähr noch einmal die gleiche Summe beim zweiten Börsengang. Der Wert der T-Aktie hatte sich fast verdreifacht. Es begann – getragen von einer Börseneuphorie bis dato unbekannten Ausmaßes – ein wahres Kursfeuerwerk.

„T-Aktie im Rausch“, titelten die Zeitungen, als das Papier im März 2000 mit einer Notierung von 103,50 Euro seinen historischen Höchstwert erreichte – gut das Siebenfache des Ausgabekurses. Wer zum ersten Börsengang 10 000 Euro in die T-Aktie investiert hatte, war zu dem Zeitpunkt um 60 000 Euro reicher. Doch dann platzte die Internet-Blase und riss die Telekom-Werte mit in den Abgrund.

Der Wert des Papiers hatte bereits deutlich nachgegeben, als der Bund sich von einem Aktienpaket trennte. 13 Milliarden Euro flossen so in die Staatskasse. Noch heute streiten Anleger mit der Telekom vor Gericht wegen falscher Angaben im Verkaufsprospekt um eine Entschädigung.

Für das Debakel der T-Aktie wurden viele verantwortlich gemacht. Der Bund, der Aufsichtsrat, das allgemeine Börsenklima – vor allem aber der Mann, der wie kein anderer für den Börsengang getrommelt und Anlegern das Blaue vom Himmel versprochen hatte: der damalige Telekom-Chef Ron Sommer.

Die T-Aktie koste so viel wie ein Kinobesuch mit der Familie, betonte Sommer und entfachte das Börsenfieber unter den Deutschen, die bis dahin als Aktienmuffel galten. Doch am Ende wurde der Manager zum „Buhmann der Nation“ und „Totengräber der Aktienkultur“.

Heute ist die Telekom, an der der Bund direkt und indirekt über die KfW Bankengruppe immer noch mit 32 Prozent beteiligt ist, ein anderes Unternehmen geworden. Sommers Nachfolger haben Schulden reduziert, den Konzern kontinuierlich umgebaut und ihn in ruhigeres Fahrwasser geführt. Auch die T-Aktie hat sich stabilisiert – auf niedrigem Niveau etwa in Höhe des Ausgabepreises.

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