Gemeinde Hatten - „Mobilität hat eine dienende Funktion. Sie muss sich in das Orts- und Landschaftsbild einfügen; Lärmbelästigungen und Beeinträchtigungen der Natur sollen vermieden werden. Die verschiedenen Verkehrsteilnehmer sollen sich möglichst sicher fühlen und gleichberechtigt sein.“ So steht es in den langfristigen Zielvorstellungen, die der Hatter Gemeinderat 2014 einstimmig verabschiedet hat.
Das Thema Rad- und Fahrzeugverkehr beschäftigt zurzeit verstärkt Verwaltung und Politik. Der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss hat nach Angaben des Bürgermeisters Christian Pundt beschlossen, am Thema Radwegekonzept dranzubleiben.
Fachliche Ausführungen hat zu dem Thema bereits der Verkehrsexperte Lothar Zacharias (Hannover) vorgestellt. Er plädiert beispielsweise für eine Trennung der Verkehrsarten (Kfz, Radfahrer, Fußgänger) wegen Unterschieden in Geschwindigkeiten und Verkehrsverhalten. Speziell beim Radverkehr müsse Sicherheit Priorität haben. Der Alltagsradverkehr benötige aber auch zügig befahrbare Strecken. Wichtig sei das Entschärfen von Gefahrenstellen. Ein Radwegenetz müsse so gestaltet sein, dass es auch bei Dunkelheit, Kälte und Regen attraktiv bleibe.
Dachsweg verbessern
Grundlage und Anstoß für die aktuelle Planung ist ein Antrag der SPD. Die Sozialdemokraten schlagen eine Verbesserung der Fahrradstrecke zwischen Sandkrug und der Stadt Oldenburg vor. Möglich machen soll dies ein Teilausbau des Dachsweges. Generell vertritt die größte Ratsfraktion die Meinung, ein Fahrradwegekonzept für die gesamte Gemeinde Hatten sei nötig, um langfristig eine attraktive und sichere Fahrradverbindung zwischen den Zentren Oldenburg und Wildeshausen zu schaffen.
Der Dachsweg zwischen Sandkrug und Oldenburg werde von vielen Pendlern und Touristen auf dem Rad genutzt, sei allerdings teilweise sehr schmal, holprig und im Winter bereits früh stockdunkel, heißt es in dem Antrag. Ganz wichtig ist es den Sozialdemokraten, dass der Dachsweg auch künftig für den motorisierten Verkehr geschlossen bleibt. Gemeinsam mit der Stadt Oldenburg solle ein Zeichen für noch mehr Fahrradfreundlichkeit, den Klimaschutz, die Gesundheit und die touristische Attraktivität der Region gesetzt werden, heißt es in dem Schreiben.
Ende 2018 fanden erste Gespräche zwischen der Gemeindeverwaltung und Vertretern der Stadt Oldenburg statt. Zwei Routen aus dem Stadtsüden nach Hatten besonders unter die Lupe genommen: von der Straße Am Pulverturm über die Klingenbergstraße, den Dwaschweg und Dachsweg von der Straße Am Pulverturm entlang der Cloppenburger Straße und Sandkruger Straße bis zum Bahnhof.
Von der Stadtverwaltung wird die zweite Variante favorisiert, es könnten aber auch beide Ideen realisiert werden, so dass mit dem Ausbau von Querverbindungen zwischen beiden Strecken ein flächendeckendes Radwegenetz entstände, heißt es in einem Schreiben des Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann.
Kreuzung entschärfen
Weiterverfolgt werden soll laut Bürgermeister Pundt auch das Thema Kfz-Verkehr und speziell die Gestaltung der Verkehrsachse Mühlenweg. Die FDP plädiert in einem bereits vor zwei Jahren gestellten Antrag für den Umbau der Kreuzung Mühlenweg/Borchersweg zum Kreisverkehr – alternativ zumindest für das Schaffen sicherer Querungshilfen zugunsten schwächerer Verkehrsteilnehmer.
Ein aktueller Antrag aus diesem Jahr geht noch weiter: Die Liberalen fordern das Schaffen eines sicheren Schulwegs für die Grundschulaußenstelle Streekermoor. Zu den Maßnahmen, die eine externe Projektgruppe im Zusammenhang mit dem – in Streekermoor derzeit nicht möglichen Schulexpress – erarbeitet hat, gehören eine Fußgängerampel am Borchersweg in Höhe Schulweg, der Bau eines Radwegs vom Voßbergweg bis zum Borchersweg, ein Geh- und Radweg am Schulweg sowie zusätzliche Straßenlaternen.
Weiter ist die Gemeinde schon beim Thema Busfahrten vom Grundschulstandort Streekermoor zum Sportunterricht in Sandkrug. Diese sind erfolgreich ausgeschrieben worden. Die Versorgung für alle Schüler sei damit sichergestellt, so Pundt zur NWZ.
