Husbäke - Um die Ziele des Moorschutzes voranzubringen, holt sich die Interessengemeinschaft (IG) Vehnemoor Unterstützung von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg (OAO). Bei einem Treffen tauschten sich die Organisationen zu den naturschutzrelevanten Entwicklungen in dem Moorgebiet aus.
Rund 35 Mitglieder der OAO besuchten kürzlich das seit 2008 unter Naturschutz stehende Vehnemoor. Denn das Gebiet ist auch für die Vogelwelt von Bedeutung: „Das Vehnemoor wird besonders von Kranichen sowie Sing- und Zwergschwänen als Rastgebiet genutzt“, weiß Eckart Liebl von der OAO. Die Vögel nutzen die überstauten Flächen als Schlafgewässer und suchen tagsüber Nahrung im Umland.
Hergen Erhardt von der IG erläuterte vor Ort den Stand der Wiedervernässungsmaßnahmen. Dabei ging er auch auf die Geschichte der letzten 20 Jahre rund um das Naturschutzgebiet Vehnemoor ein. Von allen Beteiligten wurde bedauert, dass in der Gemeinde Bösel ein Windpark in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes errichtet wurde. „Es besteht die Gefahr, dass die Vögel sich gestört fühlen, zudem liegt der Windpark in der Flugroute“, sagt dazu Eckart Liebl. Die Interessengemeinschaft Vehnemoor und die OAO vereinbarten, in Zukunft noch intensiver zusammenzuarbeiten, um den Moorschutz gemeinsam zu fördern.
„Der Interessengemeinschaft Vehnemoor geht es insbesondere darum, möglichst vielen Menschen zu zeigen, was für eine wunderbare Entwicklung bei Renaturierung von Moorflächen möglich ist“, sagt Thomas Apitzsch. Schon vor der Unterschutzstellung seien einige Stellen im nordwestlichen Bereich wiedervernässt worden, dort ist demnach eine Moorentwicklung seit über zehn Jahren im Gang. Seit sechs Jahren werden auch die abgetorften Flächen im Süden und Südosten des Gebietes wieder vernässt, dort gibt es jetzt große Wasserflächen, auf denen sich in den vergangenen Jahren auch viele Rastvögel eingefunden haben. Ganz im Süden, entlang der Korsorstraße, wird versucht, Flächen, die im Sommer trockenfallen, mit Schafbeweidung vom Aufwuchs freizuhalten.
Nun stehen in den Jahren 2017 und 2018 zentrale Bereiche des Vehnemoors für die Wiedervernässung an. Der Torfabbau ist dort abgeschlossen, die Torfabbauer müssen nun auch dort Wälle errichten, Gräben schließen und aufgerissenen Untergrund wieder mit Moor abdecken. Die Wiedervernässung soll voraussichtlich im Jahr 2022 abgeschlossen sein.
