Kirchhatten - Antriebslosigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit, Schlafstörungen – Depression hat viele Gesichter. Dieses Krankheitsbild wird mittlerweile häufiger öffentlich thematisiert, allerdings noch nicht genug, wie Corinna Wermke und Beate Lama finden: „Unser Ziel ist es, das Krankheitsbild Depression in der Öffentlichkeit bekannt zu machen“, sagt Wermke, die als Projektkoordinatorin des Bündnisses gegen Depression Weser-Ems an der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn tätig ist.

Über Depressionen und ihre Behandlungsmöglichkeiten informiert Carsten Weber, Oberarzt der Karl-Jaspers-Klinik, am Donnerstag, 8. Oktober, um 19 Uhr in der Kontakt- und Beratungsstelle Lebenskunst in Kirchhatten.

„Wir möchten Betroffene und Angehörige im Umgang mit der Krankheit unterstützen“, sagt Beate Lama. Die Beratungsstelle ist ein zentraler Anlaufpunkt im Landkreis Oldenburg und möchte mit niedrigschwelligen Angeboten helfen. „Die Versorgungslage mit Ärzten ist dünn“, weiß Lama. Viele Betroffene kämen in die Beratungsstelle und würden von langen Wartezeiten und Kämpfen um Therapieplätze berichten: „Wir hören immer wieder: Wo soll ich hingehen? Ich finde keinen Platz“, berichtet Lama. „Den Betroffenen wird es nicht leicht gemacht.“

Zwei Selbsthilfegruppen gibt es in der Gemeinde Hatten, die Vernetzung sei ein großes Thema. Deshalb sei auch die Kooperation mit dem Bündnis Weser-Ems und anderen Akteuren zentral. Besonders wichtig für die Betroffenen sei es, dass die Erkrankung früh erkannt werde.

Deshalb bietet das Bündnis gegen Depression auch Schulungen an, für Hausärzte, Seelsorger und Führungskräfte. „Oftmals kommt die Diagnose sehr spät, weil die Anzeichen nicht erkannt werden“, weiß Corinna Wermke. Dem entgegenzuwirken ist das Ziel des im Juni gegründeten Bündnisses. Rund 20 Veranstaltungen finden in diesem Jahr statt, darunter vor allem Vorträge und Schulungen. Zum Tag der seelischen Gesundheit, der am 10. Oktober stattfindet, gibt es auch im Landkreis Oldenburg verschiedene Veranstaltungen.

Diese sollen auch den Angehörigen der Betroffenen eine Hilfe sein: „Von Depressionen ist immer das ganze Umfeld betroffen“, weiß Lama um die Belastung einer psychischen Erkrankung auch für Familie und Freunde.

Auch der Vortrag am 8. Oktober soll das Thema in die Öffentlichkeit rücken. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.