Friedrichsfehn - Schon die Sitzordnung im Gemeindehaus in Friedrichsfehn ließ nicht auf einen „normalen“ Gottesdienst schließen. Stühle waren zwar aufgestellt worden, doch auf dem Boden lagen auch einige Decken, auf denen sich Jugendliche niederließen. Rund 120 junge Leute kamen schließlich, um den Jugendgottesdienst „mit Rap und Pep und mehr……“ zu feiern.

Erstmals kamen Konfirmanden der lutherischen Kirchengemeinde Friedrichsfehn/Petersfehn und Konfirmanden aus Süddorf von der lutherischen Kirchengemeinde Edewecht zusammen, um gemeinsam diesen Jugendgottesdienst zu feiern, der unter dem Motto des Bibelverses stand „Mit meinem Gott spring ich über Mauern“. Der Jugendgottesdienst eröffnete an diesem Abend auch das Jugendforum „Reformation“, zu dem ferner ein gemeinsames Essen, Spiele und eine Disco gehörten. Das „Jugendforum Reformation“ gehört zu der Reihe „Reformation und Politik“, die die Evangelische Erwachsenenbildung Ammerland anlässlich des Themenjahres 2014 der Lutherdekade anbietet.

Für die inhaltliche Gestaltung des Jugendgottesdienstes waren die Konfirmanden aus Süddorf, Husbäke und Jeddeloh II zuständig; die Konfirmanden aus Friedrichsfehn und Petersfehn hatten sich darum zu kümmern, dass alle Gäste mit Essen versorgt wurden. Diese Jugend-Veranstaltung zweier Kirchengemeinden sollte zugleich die Gemeinschaft stärken und „kleine Mauern“ n den Köpfen der jungen Menschen gegenüber den anderen Jugendlichen abzubauen.

Wodurch Mauern entstehen können, machten einige Beispiele aus dem alltäglichen Leben deutlich. Mobbing gehöre, so hieß es, ebenso dazu wie Unverständnis und Abneigung. Mit Toleranz, Offenheit und viel Mut ließen sich Mauern einreißen lassen, wie während des Gottesdienstes auch bildlich dargestellt wurde.

Diese besondere Form des Jugendgottesdienstes, den Pastor Karsten Peuster, Jugenddiakon Volker Pickrun und Pastorin Tabea Rösler mit den jungen Leuten vorbereitet hatten, kam bei allen gut an. Für die 13-jährige Tessa aus Husbäke war dieser Gottesdienst „besser als sonst manch anderer. Ich würde es gut finden, wenn sich das wiederholen ließe.“ Ähnlich äußerte sich Benjamin. Der 13-Jährige Husbäker stand wie Tessa bei manchen Songs oder Vorträgen vor dem großen Publikum. Trotz seiner anfänglichen Nervosität hatte es ihm am Ende sehr viel Spaß gemacht.


„Es war ein Gottesdienst in unserer Sprache“, lobten die Konfirmandinnen Ella und Greta. Zwar wussten die beiden von dem gemeinsamen Jugendgottesdienst, aber nicht, wie dieser inhaltlich gestaltet war. „So etwas sollte man gern nochmals anbieten“, war ihr Fazit. Der „Konfi-Rap“, vor vier Jahren von Pastorin Roesler geschrieben und komponiert, ging gegen Ende des Gottesdienstes leider fast unter, da die Konzentration bei den jugendlichen Zuhörern kaum noch gegeben war.