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Dickes Ding! Gemüse-Gigant wiegt über 300 Kilogramm

Andreas Heizmann

Sedelsberg/Bösel - Bei diesem dicken Brocken reicht keine Muskelkraft: Gesichert mit mehreren Seilen bringen die Kürbisfreunde Bösel den preisgekrönten Riesen-Kürbis am Dienstag mit einem Traktor zum Fototermin. „Bei einem Gewicht von über 300 Kilogramm wollen wir lieber nichts riskieren“, lacht Jan-Teelko Schröder.

312,6 Kilogramm bei einem Umfang von 3,35 Metern wiegt das Prachtexemplar von der Sorte „Atlantic Giants“, das der Sedelsberger im eigenen Gewächshaus gezüchtet hat. Bei der Niedersächsischen Meisterschaft im Riesen-Kürbis-Züchten erreichte er damit den zweiten Platz.

Schröder ist Mitglied der Kürbisfreunde Bösel. Die knapp 50-köpfige Gruppe widmet sich seit neun Jahren der Aufgabe, möglichst große und schwere Kürbisse wachsen zu lassen. „Aus Jux und Dollerei“ sei damals die Idee entstanden, dem beliebten Gemüse in ungeahnte Größen zu verhelfen. Seitdem veranstalten sie jedes Jahr ein Wettwiegen um den vereinseigenen Wanderpokal. Als Schröders Kürbis in diesem Jahr sein stolzes Gewicht erreicht hatte, entschloss man sich, erstmals auch landesweit in den Wettstreit zu gehen.

Gutes Wetter ist wichtig

Doch wie wird ein Kürbis überhaupt so schwer? „Zunächst lasse ich die Kerne ab Mitte März im Haus vorkeimen. Nach den Eisheiligen geht es ins Gewächshaus, wo sie gezielt mit Pollen gestäubt werden“, sagt Schröder. Gutes Wetter ist wichtig: „25 bis 27 Grad ist die ideale Temperatur. Wenn es zu kalt ist, wächst der Kürbis nicht, und wenn es zu warm ist, reift das Gemüse zu schnell.“ Der Boden müsse ebenfalls geeignet sein, ein pH-Wert von 7,5 sei optimal. Außerdem ist fleißiges Gießen angesagt: „Um die 1000 Liter Wasser braucht so ein Riesen-Kürbis.“

Jeden Tag hat Schröder nachgemessen, wie sich das Exemplar entwickelt. „Bis zu 15 Kilogramm täglich“ habe der Kürbis zugenommen. Nach 71 Tagen war dann der Höhepunkt erreicht. Platz zwei ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Riesen-Erfolg, zum Sieg hat es allerdings nicht gereicht. Den holte sich Wolfgang Willmann aus Melle mit einem 420-Kilo-Giganten. Und das, obwohl Schröder seinem eigenen Kürbis angeblich „jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen“ habe, wie seine Mitstreiter von den Kürbisfreunden frotzeln.


Meisterschaft als Ziel

Im kommenden Jahr will die Gruppe wieder mit dem schwersten Kürbis aus ihren Reihen bei den Meisterschaften antreten. „Bisher haben wir in jedem Jahr das Gewicht steigern können“, sagt Schröder. Doping kommt natürlich nicht in Frage: „Wir haben schon versucht, die Kürbisse mit Bier zu gießen. Bringt aber nichts“, meinen seine Mitstreiter augenzwinkernd.

Und was passiert jetzt mit dem Riesen-Kürbis? Für den Kürbis-Stuten sei er geschmacklich nicht geeignet, und so wird er „vermutlich ausgehöhlt als größte Halloween-Dekoration im Landkreis Cloppenburg“ bald vor der Haustür von Jan-Teelko Schröder landen.

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