St. Louis/Brüssel - Der US-Agrarkonzern Monsanto will keine weiteren genveränderten Pflanzen für den Anbau auf Europas Äckern genehmigen lassen. Das Unternehmen wolle alle Anträge auf Anbau-Zulassungen für Genpflanzen in Europa zurückziehen, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in St. Louis.

Es gehe um neue Maissorten, Sojabohnen und bestimmte Rüben. Ausgenommen sei die Maissorte MON810, die in Spanien angebaut wird – derzeit überprüfen die Behörden eine Erneuerung der Anbaugenehmigung.

Bereits Ende Mai hatte ein Konzernsprecher gegenüber der Tageszeitung „taz“ erklärt, Monsanto gebe die Lobbyarbeit in Europa auf. Eine Sprecherin ergänzte, Genpflanzen stießen hier auf wenig Akzeptanz.

Der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg sagte zu der neuen Ankündigung: „Die Europäische Union baut praktisch keine GVOs [genveränderte Organismen] an. Dies Unternehmen hat daraus Konsequenzen gezogen.“ Vier Anträge auf Zulassung seien noch nicht entschieden, darunter die Maissorte MON 810.

Umweltverbände feierten die Entscheidung als Sieg. „Es gibt keinen Markt für GVO-Pflanzen in Europa“, teilte Friends of the Earth mit.


Monsanto ist nicht das einzige Unternehmen, das angesichts der Vorbehalte gegen grüne Gentechnik in Europa kapituliert: Der Chemieriese BASF hatte im Januar 2012 angekündigt, seine Gentechniksparte von Deutschland in die USA zu verlegen.