Nordenham/Schweewarden - Wenn das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg den von der Nordenhamer Zinkhütte beantragten Bau und Betrieb einer neuen Deponie in Galing bei Schweewarden genehmigt, dann nur unter Auflagen. Die Entscheidung treffen will die Behörde bis Ende dieses Jahres. Das hat die NWZ  auf Anfrage von Abteilungsleiter Walter Kulisch am späten Donnerstag-Nachmittag erfahren.

Wie berichtet, war am Mittwochvormittag im Nordenhamer Rathaussaal mit der Erörterung von Einwendungen gegen das Vorhaben der Zinkhütte begonnen worden. Abgeschlossen worden ist diese nicht öffentliche Erörterung am Donnerstag gegen 16 Uhr.

Anschließend nannte Walter Kulisch der NWZ  als Beispiele für mögliche Auflagen:

  verschärfte Überwachungen während der Bauphase und danach,

  weitere Messungen von Staubkonzentrationen


  sowie verschärfte Anforderungen an die technischen Verfahren des Ablagerns und Einbaus der eisenhaltigen Rückstände (Jarofix) aus der Zinkproduktion.

Hinsichtlich der Staubemissionen und -Immissionen hat ein Sachverständiger des TÜV Süd am Donnerstag während der Erörterung im Rathaussaal Entwarnung gegeben. Er machte deutlich, dass sich die Prognosen der Unterschreitung der Grenzwerte, die im Jahr 2011 zur Genehmigung der vorhandenen Deponie Galing II erarbeitet worden waren, als zutreffend bestätigt haben.

Die Gutachter-Prognosen für die neue Deponie dürften aufgrund der gesammelten Erfahrungswerte ebenfalls zutreffen. Nach diesen Prognosen werden die gesetzlichen Grenzwerte für Staub, Blei, Cadmium, Arsen und Zink weit unterschritten.

Walter Kulisch vom Gewerbeaufsichtsamt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass wegen der vorhandenen Deponie in Galing und der Hüttenbetriebe sowie des Umschlages von Erzen im Midgard-Hafen Nordenham einer der am besten kontrollierten Industriestandorte in Niedersachsen sei.

Fortgesetzt werden auch Aufwuchsuntersuchungen auf landwirtschaftlichen Flächen. Geprüft werden soll, ob auch auf Flächen bei der Deichschäferei in Tettens künftig – wie von der Deichschäferin gefordert – Proben entnommen werden.

Die beantragte neue Deponie liegt im EU-Vogelschutzgebiet Butjadingen. Bereits vor der Erörterung hatten der Naturschutzbund Nabu und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) signalisiert, dass sie mit einer Ausnahme-Genehmigung einverstanden sind, weil in der Nähe aufgewertete neue Flächen für den Vogelschutz geplant sind.

Das Hochwasser-Risiko infolge des Klimawandels war bereits vom Landkreis im abgeschlossenen Raumordnungsverfahren geprüft worden. Ergebnis: Die Deiche sind für die nächsten 100 Jahre hinreichend erhöht worden. Bei Bedarf sind weitere Verstärkungen machbar.