Schortens - Was Altern bedeutet und wie man das Leben im Alter einfacher gestalten kann, darüber informierten im Bürgerhaus Schortens die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Friesland (Elke Jacobs Rohlfs) und der Stadt Wilhelmshaven (Ellen Seehausen) gemeinsam mit der Koordinierungsstelle „Älter werden“ vom Landkreis Friesland (Eva Hoffmann). Das Aktionsprogramm „Älter, bunter, weiblicher: Wir gestalten Zukunft!“ ist eine Initiative des niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration.
„Den Alltag auch im Altern meistern“ war der Kernpunkt des Infotages. Initiativen starten und Möglichkeiten zeigen, wie sich der demografische Wandel geschlechtergerecht gestalten lässt, das war vorrangiges Ziel der Messe. Denn mit dem demografischen Wandel ist bis zum Jahr 2020 ein Rückgang der Kinderzahl bei gleichzeitiger Zunahme insbesondere der Zahl der über 60-jährigen Frauen zu erwarten. Eine Situation, mit der sich die Kommunen auseinandersetzen müssen.
Frieslands Landrat Sven Ambrosy und Wilhelmshavens Bürgermeister Holger Barkowsky eröffneten eine Ausstellung, die die Schwerpunktthemen Infrastruktur – insbesondere die ärztliche Versorgung –, Frauen im Alter und Arbeitsmarktpolitik begleitet. Ambrosy hob hervor, dass gerade im ländlichen Raum die erforderlichen Einrichtungen für Mobilität eine Herausforderung an die Politik darstellen. Auch der alternde Mensch habe einen Anspruch, die Schönheiten des Lebens genießen zu können. Daher habe sich die Politik der Herausforderung des gesellschaftlichen Wandels für eine Generationengerechtigkeit einzusetzen.
In ihren Ansprachen würdigten Ambrosy und Barkowsky besonders das Engagement der Pflege in der Familie, die noch von 62 Prozent der etwa sechs Millionen Pflegebedürftigen als Hilfe zur Selbsthilfe erbracht wird, als ein soziales Netz von besonderer Qualität. Wie im Familienkreis stellen auch in den Pflegeeinrichtungen Frauen den größten Anteil, das sei ein Grund, das Thema „älter werden“, Betreuung und Pflege klar als ein weibliches Thema zu handhaben, so Ambrosy.
Den Trend des Älterwerdens in Deutschland skizzierte Ambrosy mit Zahlen aus dem Bundespräsidialamt: So versandte der Bundespräsident vor 40 Jahren 265 Glückwunschschreiben an die Jubilare zum 100. Geburtstag. 1990 waren es schon 4602 Schreiben. 2025 soll die Zahl der Hochbetagten drastisch gestiegen sein. Mehr als 44 000 Hundertjährige werden dann wohl in Deutschland leben.
„Den Alltag auch im Alter meistern“ – dazu standen nicht nur klassische Angebote auf dem Plan. Eine Modenschau und Theateraufführungen grenzten die Veranstaltung von der klassischen Senioren-Messe ab, was von zahlreichen Besuchern honoriert wurde. Gezeigt wurden auch Möglichkeiten für ein aktives Leben.
Den pflegenden Angehörigen stellte die Messe Hilfen vor, um wieder Freiraum für andere Dinge zu schaffen. Auch zeigte die Fachmesse, wie Integration, Förderung des bürgerschaftlichen Engagements sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Friesland und Wilhelmshaven angeboten und ausgeschöpft werden können.
