Schortens - Die Stadt Schortens hat mit der neuen hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten einen Generationswechsel vollzogen: Die 25-jährige Soziologin Julia Stalke aus Oldenburg hat die Aufgabe von Vorgängerin Doris Fuhlbohm übernommen, die vor wenigen Wochen in Ruhestand gegangen ist. Der Stadtrat hatte der Personalentscheidung bereits in der Sitzung im April zugestimmt (die NWZ berichtete). Etwa 40 Frauen hatten sich auf die Stelle beworben.
Julia Stalke hat zuletzt in der Flüchtlingsberatung der Stadt Osnabrück gearbeitet und war dort schwerpunktmäßig für die Arbeitsmarktintegration zuständig. „Dort hatte ich überwiegend mit Frauen mit anderen kulturellen Hintergründen zu tun“, sagt Julia Stalke.
Die 25-Jährige ist in Göttingen aufgewachsen, hat elf Jahre lang in Würzburg gelebt, dort auch Abitur gemacht und hat in Münster Soziologie und Politologie studiert. „Ich bin immer weiter in den Norden gezogen“, sagt Julia Stalke, die mittlerweile in Oldenburg lebt und nun in Schortens gerade ihren fünften Arbeitstag als neue Gleichstellungsbeauftragte hat.
Zu den Geschlechterrollen und zur Arbeitsmarktaufteilung unter Männern und Frauen hat sie schon im Studium geforscht. „Das Thema Gleichstellung hat mich nicht erst während des Studiums besonders interessiert“, sagt Julia Stalke. Sie wolle daher nicht nur Ansprechpartnerin der Frauen sein, sondern auch Beratungs- und Förderangebote für Männer anbieten, die sich zum Beispiel mehr in die Kindererziehung einbringen wollen.
Themen wie die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gewaltpräventionsprogramme an Schulen, der Wiedereinstieg in den Beruf und Angebote zur Integration – alles Themen, die Vorgängerin Doris Fuhlbohm angeschoben hat –, hat auch Julia Stalke auf der Agenda. „Ich trete hier in sehr große Fußstapfen“, sagt die neue Gleichstellungsbeauftragte, die von ihrer Vorgängerin in ihr neues Aufgabenfeld eingeführt wurde.
Ein besonderes Anliegen sie ihr die Ausbildung von Integrationslotsen in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum. Den Zukunftstag für Jungen und Mädchen wolle sie wieder zum Ausgangspunkt zurückführen und zu einem Tag des Rollenwechsels machen. Ein weiteres Thema sei die geschlechtergerechte Sprache. Ob das Bürgerhaus nun künftig „Bürgerinnen- und Bürgerhaus“ heißt, ließ sie offen.
Julia Stalke hat eine Halbtagsstelle mit 19,5 Stunden. Sie ist dienstags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr in ihrem Büro im Rathaus anzutreffen und vereinbart natürlich auch individuelle Termine. Zu erreichen ist sie unter der Rufnummer 04461/982 261.
Bürgermeister Gerhard Böhling freut sich auf die Zusammenarbeit mit Julia Stalke: „Bei einer Stadt mit mehr als 20 000 Einwohnern ist es wichtig, die Belange der Gleichberechtigung voranzubringen.“ Er erinnerte an die Grundsatzdiskussion zur Wiederbesetzung der Stelle.
