Cloppenburg - Ein Generationswechsel der besonderen Art ist jetzt an der Kuratoriums-Spitze der Stiftung St.-Josefs-Stift vollzogen worden. Dechant Bernd Strickmann (50), der seinen Rückzug vom Vorsitz beim Neujahrsempfang von St. Augustinus verkündet hatte, stellte am Dienstag im Forum an der Sevelter Straße den 22 Jahre älteren ehemaligen Rechtsanwalt und Notar Peter Cromme als seinen Nachfolger vor.
Mit der Priesterweihe habe er nicht automatisch die Kompetenz für komplexe wirtschaftliche und logistische Vorgänge erhalten, begründete Pfarrer Strickmann seinen länger geplanten Rückzug. Im Hinblick auf die – existenzgefährdenden – finanziellen Schwierigkeiten, in die das Cloppenburger Krankenhaus 2012/2013 geraten war, habe er jedoch „die Pferde nicht im Wasser stehend wechseln wollen“. Vorwiegend weltliche Angelegenheiten – so Cromme – sollten von Mitgliedern des Laienstandes und nicht von Klerikern gemanaget werden. Obwohl er sich seit einigen Jahren im Ruhestand befinde, trage er sein „juristisches Marschgepäck“ weiterhin auf dem Rücken.
Die Stiftung St.-Josefs-Stift solle künftig vor allem die Cloppenburger Interessen im Blick behalten. Schließlich hat das Kuratorium – dem neben Cromme auch die Gymnasiallehrerin Elisabeth Olberding, der Kaufmann Franz Kampsen, der Steuerberater Franz-Josef Moormann und eben Strickmann als nun einfaches Mitglied angehören – nicht mehr das alleinige Sagen wie noch unter dem ehemaligen Dechanten Alfons Kühling. An der zum 1. Januar 2014 gegründeten St.-Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH ist die Stiftung St.-Josefs-Stift mit nur noch 48 Prozent beteiligt. 52 Prozent liegen bei der im März 2013 vom Offizialat Vechta zur Bewältigung der Klinikkrise gegründeten Schwester-Euthymia-Stiftung. Chef ist hier der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Rudolf Kösters.
Im Hinblick auf den bis Ende 2016 umzusetzenden Sanierungsplan wähnt sich der Geschäftsführer des St.-Josefs-Hospitals, Michael gr. Hackmann (39), „auf einem guten Weg“. So habe sich die Transparenz im Cloppenburger Krankenhaus, das inzwischen über 264 Planbetten verfüge, erheblich verbessert. Ein ganz dicker Brocken liege mit der Neustrukturierung des Gebäudes jedoch noch vor den Verantwortlichen.
