Wiefelstede/Jübberde - Der Riese unter den Genossenschaften im Nordwesten will weiter wachsen. Fünf Jahre erst besteht die Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Ammerland OstFriesland in ihrer aktuellen Form – als größte ihrer Art in der Region. Damals, 2011, hatten sich landkreisübergreifend die RWG Ostfriesland-Süd mit Sitz in Detern und die RWG Ammerland-Friesland mit Sitz in Wiefelstede zusammengetan.

Nun – fünf Jahre später – zeichnet sich deutlich ab, dass die Genossenschaft noch einmal deutlich wachsen und ihren Jahresumsatz voraussichtlich um weit mehr als ein Drittel erhöhen wird. Die Zeichen stehen erneut auf Fusion – diesmal mit der benachbarten RWG Ammerland-Saterland mit Sitz in Edewecht. Entsprechende Pläne wurden am Montag den Mitgliedern der RWG Ammerland-OstFriesland auf einer Generalversammlung im ostfriesischen Jübberde vorgestellt.

Wirtschaftlich gebe es bislang auf keiner der beiden Seiten die Notwendigkeit für einen Zusammenschluss, man wolle Entwicklungen aber auch frühzeitig begegnen, sagte Geschäftsführer Hermann Mammen. Offizieller Anlass für die Sondierungsgespräche war nach Angaben Mammens allerdings ein anderer: Sein Mit-Geschäftsführer, Jürgen zur Brügge, ist seit weit mehr als 40 Jahren im Dienst, hat die 60 längst überschritten und nähert sich dem Rentenalter.

„Natürlich macht man sich Gedanken über die Nachfolge.“ Dabei sei man auf Martin Bertels, Geschäftsführer der RWG Ammerland-Saterland, gekommen. „Wir kennen uns gut, vertrauen uns, ticken ähnlich“, sagte Mammen. „Und im Zuge der Gespräche kam der Gedanke auf, dass wir auch beide Unternehmen zusammenführen könnten.“

Inzwischen sind die Verträge bis auf kleine Details ausverhandelt. Bis Jahresanfang soll alles in trockenen Tüchern sein. Ende März, Anfang April sollen die Mitglieder beider Genossenschaften über die Fusion abstimmen. Wenn drei Viertel dafür stimmen, ist die Sache fix. Die künftige Genossenschaft würde auf 30 Standorte wachsen (22 plus 8) und auf einen Jahresumsatz von 130 bis 140 Millionen Euro kommen.