Hatten/Landkreis - Zwei Jahre ist es her, dass sich die Bürgerinitiative „Gentechnikfreie Region Landkreis Oldenburg“ gegründet hat und sich einige ihrer Mitglieder auch einer Einkaufsgemeinschaft angeschlossen haben, die ausschließlich gentechnikfreies Tierfutter erwirbt und verfüttert.

Das Projekt hat sich zu einem Erfolg entwickelt, wie Ernst Steenken aus Kirchhatten auf Nachfrage der NWZsagte. Steenken, der auch der Bürgerinitiative angehört, hatte seinerzeit die Einkaufsgemeinschaft im Landkreis Oldenburg ins Rollen gebracht. Weitere Mitglieder kommen aus dem Ammerland, der Wesermarsch und zu einem großen Teil auch aus Ostfriesland.

Alle 19 landwirtschaftlichen Betriebe, die zum Start dabei waren, sind nach wie vor mit von der Partie. Vier weitere sind sogar noch dazu gekommen. „Die Futtermenge, die wir bestellen, ist damit von ursprünglich 150 Tonnen auf 250 Tonnen gewachsen“, berichtet Steenken. Dass hat auch wirtschaftliche Auswirkungen: „Mittlerweile zahlen wir fast den gleichen Preis wie bei konventionellem Futter“, berichtet Steenken.

Gertrud Hennes, Vorsitzender der Bürgerinitiative, gehört der Einkaufsgemeinschaft ebenfalls aus Überzeugung an. Ihre Schafe werden ebenfalls ausschließlich gentechnikfrei gefüttert. „Auch wenn es bei mir eigentlich nicht so relevant ist, weil die Schafe hauptsächlich Gras und Heu fressen. Aber wenn zugefüttert werden muss, dann nur gentechnikfrei“, sagt die Sandhatterin.

Sie und Steenken sind von den positiven Auswirkungen überzeugt, die der Verzicht auf genveränderte Futtermittel hat. Vor zwei Jahren war Steenken davon ausgegangen, dass sich die Gesundheit seiner Tiere positiv verändern würde. Heute sagt er, habe sich diese Erwartung erfüllt: „Ja, die Tiere sehen viel besser aus.“ Und einen weiteren Effekt schreibt er seinem Futter zu: „Wir haben eine höhere Trächtigkeitsrate bei den Kühen. Zwar gibt es darüber keine Studien, aber auch die anderen Mitglieder der Einkaufsgemeinschaft berichten ähnliches“, sagt der Landwirt.


Trotz dieser Erfolge, alle Hoffnungen, die Steenken bei der Umstellung auf gentechnikfreies Futter hatte, haben sich nicht erfüllt. So war er vor zwei Jahren davon ausgegangen, dass sich mit der Verbesserung der Produktqualität auch höhere Preise für Milch und Fleisch erzielen ließen. „Das hat sich nicht bewahrheitet. Wir von der Einkaufsgemeinschaft sind aber immer noch Idealisten und machen weiter“, sagt er.

Um für ihre Sache zu werben möchte die Bürgerinitiative am 14. August das Konzept der gentechnikfrei gefütterten Tiere einigen Schlachtern aus dem Landkreis vorstellen. „Unser Produkt ist gut und dadurch, dass wir für das Futter gar nicht mehr so viel zahlen müssen, auch nicht so teuer“, wirbt Steenken.