Elisabethfehn - Jungs hatten ihre Räder am Kanalrand abgelegt und waren unermüdlich damit beschäftigt gewesen, vom Brückengeländer aus in den Kanal zu springen. Dieses Bild ist eines von vielen Eindrücken, die Hein Benjes vom Elisabethfehnkanal mit nach Hause genommen haben wird. Benjes war auf Einladung des Vereins „Rettet den Elisabethfehnkanal“ im Rahmen der Reihe „Klönsnack“ nach Elisabethfehn gekommen.

Der Naturpädagoge fühlte sich an die eigenen Kindertage erinnert: „Hier am Elisabethfehnkanal können Kinder in noch relativ unberührter Natur toben. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Das ist etwas Wunderbares.“ Rund 40 Männer, Frauen und Kinder begleiteten Benjes während seines Spaziergangs am Kanal. Auf gut 100 Metern entdeckten sie dort neben Wildkräutern wie Rainfarn und Nachtkerze auch essbare Steinpilze und Beerenfrüchte sowie kleine Äpfel an einem wilden Apfelbaum.

„Der Elisabethfehnkanal hat eine lange Geschichte und es ist gut, dass an die Tradition erinnert wird. Aber er ist auch ein wichtiges Refugium für Pflanzen und Tiere, die andernorts keine Chance mehr zum Überleben haben“, machte Benjes deutlich. Dem Kanalspaziergang schloss sich ein gut einstündiger Dia-Vortrag an.

Benjes engagiert sich seit Jahrzehnten für den Naturschutz. Viele landschaftliche Entwicklungen – etwa die Begradigung von Flüssen – hielt er im Bild fest. Benjes schilderte auch die Arbeit der von ihm initiierten Holunderschule. Ein Kreis von Pädagogen macht sich für die Begrünung von Schulhöfen und Kindergartenspielplätzen stark. Sein Argument: „Kinder wollen etwas entdecken, sie wollen mal in aller Ruhe was ausprobieren können. Das ist manchmal wichtiger als die Reit- und Ballettstunde“, sagte Benjes.

Und dazu gehörten auch Naturräume, die sich frei und nicht massiv von Menschenhand gestaltet entwickeln könnten. Der Elisabethfehnkanal sei hier in weiten Teilen ein gutes Beispiel, sagte Benjes.