hilfe bei fragen und in notfällen

Bei Fragen zum Thema „häusliche Gewalt“ ist die Gleichstellungsbeauftragte Doris Fuhlbohm (Bild) Ansprechpartnerin in Schortens. Sie berät interessierte und betroffene Bürgerinnen, Institutionen und Einrichtungen vertraulich. Kontakt: Tel. 04461/982 204.

Eine wichtige Beratungs- und Zufluchtsstätte für von Gewalt betroffene Frauen mit und ohne Kinder in der Region Friesland-Wilhelmshaven ist das Frauen- und Kinderschutzhaus der Arbeiterwohlfahrt in Wilhelmshaven. Kontakt: Tel. 04421/22 234.

Häusliche Gewalt ist in Deutschland weit verbreitet. Ein Schortenser Netzwerk hilft Menschen, die Gewalt in der Partnerschaft erleiden.

von sina mathieu

SCHORTENS - Niemand spricht gerne darüber. Dennoch erfährt es jede vierte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben – häusliche Gewalt.


Doris Fuhlbohm, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schortens, ist seit Jahren mit den Problemen der Frauen, die Gewalt durch ihren Lebenspartner erfahren, vertraut. Um das Thema „Häusliche Gewalt“ an die Öffentlichkeit heranzuführen, gibt es seit einigen Jahren den „Runden Tisch gegen die häusliche Gewalt“. Dort vernetzen zurzeit u. a. Vertreter der Polizei, der Schortenser Netzwerk-Frauen und Mitarbeiterinnen des Frauen- und Kinderschutzhauses Wilhelmshaven ihre Aktivitäten und leisten Aufklärungsarbeit.

„Gewaltausübung ist für mich ein Zeichen von Schwäche“, betont Doris Fuhlbohm. Es seien ganz überwiegend Männer, die zur häuslichen Gewalt neigen würden. „Leider wird es oftmals als „männlich“ betrachtet, wenn Männer versuchen, Konflikte mit der Faust zu regeln“, sagt Fuhlbohm – ganz nach dem Motto „lieber gewalttätig als unmännlich“.

Die Gründe für Männer-Gewalt seien mannigfaltig. „Ich gehe davon aus, dass der Grundstein zur Gewalt in der männlichen Sozialisation gelegt wird“, so Fuhlbohm. Dazu gehörten die Einstellungen „Sei kein Weichei“, „Wehr dich“, „Setz dich durch“, „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Diesen Druck lernten Mädchen so nicht kennen, sagt sie.

Überhaupt sei es in der Gesellschaft üblich, Idealbilder von „männlich“ oder „weiblich“ zu haben. „Darum wollen wir mit unserer Aufklärungsarbeit diese Klischees aufbrechen und die vielen Formen von häuslicher Gewalt aufzeigen“, sagt Fuhlbohm. So plant der Runde Tisch z. B. eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Themas „Zwangsheirat und Ehrenmord“, die zum Frauentag am 8. März im Bürgerhaus Schortens stattfinden wird.

Doris Fuhlbohm begann 1978 mit ihrer Arbeit als Leiterin des Jugendzentrums „Pferdestall“ in Schortens. Danach übernahm sie 1981 die Leitung des Frauen- und Kinderschutzhauses der AWo. 1994 wurde sie Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schortens. In dieser Funktion beschäftigt sie sich auch wieder mit häuslicher Gewalt.

„Alle Menschen sollen die Möglichkeit haben, gewaltfrei zu leben und sich ungeachtet ihres Geschlechts entfalten zu können. Dazu will ich mit meiner Arbeit beitragen“, erklärt Fuhlbohm.