Hannover - „Die Anstrengungen der letzten Jahre tragen Früchte.“ Davon ist Hans-Hilmar Rischke, Sicherheitschef bei der Deutschen Bahn (DB), überzeugt. Tatsächlich sprechen die Zahlen im Bericht 2015 für Niedersachsen und Bremen eine klare Sprache: 22 Prozent weniger Straftaten als im Vorjahr. „Mehr Präsenz von Sicherheitskräften und verstärkter Einsatz von Videotechnik zahlen sich aus“, lautet die Bilanz des DB-Experten Rischke. Konsequent setzt die Bahn weiter auf diese Schiene: Die Investitionen für Videotechnik an großen Bahnhöfen wird bis 2023 um 25 Millionen Euro auf insgesamt 85 Millionen Euro aufgestockt.

Die Rückgänge bei Vandalismus mit beschädigten Sitzen, zerkratzten Scheiben und zerstörten Aufzügen (über 30 Prozent weniger) sowie bei Graffiti fallen besonders ins Auge, aber auch Straftaten wie Körperverletzung (minus 4 Prozent) sind gesunken. Die Bahn macht dafür die verstärkten Streifen an Brennpunkten verantwortlich. Trotzdem versuchten Kriminelle 27 mal, Fahrkartenautomaten aufzubrechen. Sachschaden: 100 000 Euro.

Künftig will die Deutsche Bahn „noch entschiedener gegen Gewalt und Randale vorgehen – vor allem im Umfeld von Fußballspielen“, kündigt Rischke an. Gewaltbereiten Fußball-Fans drohen harte Strafen. „Hooligans, die in Zügen und auf Bahnhöfen randalieren, zeigen wir in Zukunft sofort die rote Karte“, betont der Sicherheitschef. Gewalttäter werden von der Beförderung ausgeschlossen oder erhalten Hausverbote. Sofort. „Direkt am Ort der Straftat“, versichert Rischke.

Doch nicht nur Fußball-Verrückte bereiten der Bahn Sorgen. Gleiches gilt für aggressive Kunden – häufig unter dem Einfluss von Alkohol. In diesem Bereich liegen die Vorfälle 2015 um 121 höher als im Vorjahr (80). Die meisten Auseinandersetzungen gibt es bei Fahrkartenkontrollen. Die Bahn reagiert und will das Personal schulen bei den Themen Deeskalation und Eigensicherung. Außerdem sollen die Einsatzpläne so angepasst werden, dass vor allem abends und an Wochenenden mehr Mitarbeiter Dienst versehen.