Per Bus von einem Stadtteil zum daneben liegenden zu gelangen gestaltet sich in Oldenburg bisweilen schwierig. Hier gilt ja das Strahlenprinzip: erst mal zum Nahverkehrs-Fixstern Lappan, dann zurück in den Stadtteil. Ein zentriertes System, das durchaus seine Vorteile hat – für Leute mit Faible für Querverbindungen aber ist es nix.

Der Stadtbummler gehört (so er nicht Bus fährt) dieser Spezies an und lugt oft und gern nach Abkürzungen. Diese Woche ist er wieder fündig geworden: zwischen der Tweelbäker Tredde und der August-Wilhelm-Kühnholz-Straße.

Diese Straße mit dem ewig langen Namen windet sich munter durchs Gewerbegebiet und geht dabei zeitweise auf Parallelkurs zu einem der schönsten Wege Oldenburgs überhaupt. Hier aufstrebende Wirtschaft ohne Schatten, dort ländliche Natur unter großen Bäumen – mehr Kontrast geht nicht.

Die Verbindung ist darum auch passenderweise unbehauen: Ein Trampelpfad ist entstanden; offenbar gibt es genug Menschen, die zwischen dem Althergebrachten (= Tweelbäker Tredde) und der neuen Verkehrsader (= Kühnholz-Straße) pendeln mögen. Eine Abstimmung mit den Füßen, ein Votum für ein Nebeneinander von Gewerbe und Gewächs.

Ach so, der Weg als solcher: wenig spektakulär, eher zugig, wie Trampelpfade meist sind. Erst wenn die Natur nachwachsen lässt und die Stadt ihr Gneisgemisch verlegt, kann es lauschig werden. Aber bis dahin ist noch viel Zeit.