Collstede - Seit 1993 profitiert Zetel davon, dass die Kommune eine Küstengemeinde ist. Zwar hat Zetel nur ein paar hundert Meter Deichlinie zwischen Cäciliengroden und Petersgroden, doch diese kurze Küstenlinie ermöglichte es 1993, einen Zuschuss aus dem 48-Millionen-DM-Sonderprogramm der Landesregierung für die Küste zu bekommen. Der Zuschuss wurde für die Erschließung des Gewerbegebietes Collstede verwendet, wo am am 1. November 1993 der erste Spatenstich symbolisch stattfand. Der damalige Bürgermeister Willi Evers (SPD), der damalige Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke, der (ehrenamtliche) Landrat Bernd Theilen (MdL) und Oberkreisdirektor Dr. Lothar Knippert waren beim ersten Spatenstich in Collstede dabei. Drei Millionen DM (knapp 1,6 Millionen Euro) kostete die Erschließung des ersten Bauabschnitts, 50 Prozent kamen als Zuschuss vom Land dazu, der Grundstückspreis betrug 22 DM pro Quadratmeter. Wenige Wochen später gab es noch einmal einen Zuschuss in Höhe von 717 000 DM (375 000 Euro), so dass der größte Teil der Erschließung bezuschusst werden konnte. Dafür hatte sich vor allem Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke stark gemacht, lobte Bürgermeister Willi Evers.

Das Gewerbegebiet in Collstede ist seither mehrfach erweitert worden, zahlreiche Betriebe haben sich angesiedelt, darunter eine Reihe Umsiedlungen aus Neuenburg. „Wir haben noch einen Restposten von drei bis vier Hektar“, sagt der heutige Bürgermeister Heiner Lauxtermann, damals Gemeindedirektor. Ein mittelgroßer Betrieb könnte sich in Collstede noch ansiedeln, sonst ist das Gebiet „ausgebucht“. Auch das andere Gewerbegebiet in der Gemeinde Zetel, Rossfelde, ist vollständig belegt. Freie Gewerbeflächen gibt es dann erst wieder, wenn das Gewerbegebiet Autohof Ellens fertig ist. Dort können Unternehmen, die Autohof-spezifische Dienstleistungen anbieten (Tanken, Waschanlage, Werkstatt, aber auch Logistik, Spedition und Lagerung) Flächen erwerben – wenn es nach dem Willen der Gemeinde geht. Wie mehrfach berichtet, hatten Anwohner erfolgreich gegen den bereits beschlossenen Bebauungsplan geklagt. Der Gemeinderat hatte danach erneut die erforderlichen Beschlüsse gefasst, jetzt geht es in die Auslegung und Abwägung der Anregungen und Bedenken. „Aber im April 2014 sollte das durch sein“, sagte Bürgermeister Lauxtermann.

Dass Landwirtschaftsminister Funke vor 20 Jahren für die Aufnahme Zetels in die Förderkulisse für die Küstengemeinde gesorgt hatte, „hat enorm geholfen“, lobt Lauxtermann. Der erste Bauabschnitt in Collstede umfasste acht Hektar, später wurden es 30 Hektar Gewerbefläche. „Auch was die Wertschöpfung betrifft, hat sich das gut entwickelt“, sagte Lauxtermann.