Oldenburg - Ein Raunen geht durch den Vortragsraum der Firma Heinrich von der Pütten Gebäudereinigung. Gerade hat Heiner Vahlenkamp, Fachdienstleiter für den Bereich Unternehmensservice und Liegenschaften bei der Stadt Oldenburg, den rund 30 Teilnehmern des 33. Dienstleistungsforums des Unternehmerverbandes Dienstleistung Nordwest eröffnet, wie viele Arbeitsplätze mittlerweile im Gewerbegebiet Tweelbäke entstanden sind. Rund 6000 Menschen sind es, die in 300 Unternehmen arbeiten, sagt der Wirtschaftsförderer. Dass es so viele sind, habe man nicht erwartet, wird gemurmelt.

Laut Vahlenkamp sind nicht nur diese Zahlen ein Zeichen für die positive Entwicklung und die Attraktivität des Gewerbegebiets. Es gebe etliche Neuansiedlungen in Tweelbäke, darunter u.a. das neue Paketzentrum der Deutschen Post (NWZ  berichtete).

Derzeit gebe es noch zwölf Hektar in dem insgesamt 300 Hektar großen Gewerbegebiet, die Interessenten zur Verfügung stünden. Und weil eine so große Nachfrage bestehe, sei auch im Stadtentwicklungsprogramm (Step) 2025 angedacht, das Gebiet im Bereich nördlich der Ger­hard-Stalling-Straße zu erweitern.

Dass es aber auch Kritikpunkte gibt, machen einige der Unternehmer im Anschluss an Vahlenkamps Vortrag deutlich. Steuerberater Egon Gramberg zum Beispiel bemängelt das Fehlen einer Infrastruktur für Radfahrer. Gerade der Bereich der Verbindungsstraße zwischen Ger­hard-Stalling- und August-Wilhelm-Kühnholz-Straße sei für Radfahrer gefährlich, weil es keinen Radweg gebe und Transporter hier mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs seien. In diesem Punkt gebe es aber gute Nachrichten, so Vahlenkamp. Aktuell liefen die Planungen für den Bau eines Radweges in diesem Bereich, er werde demnächst gebaut. Weitere Problemfelder machen die Unternehmer bei der Bus-Anbindung der August-Wilhelm-Kühnholz-Straße aus und bei der Anbindung an die Autobahn. Die Bremer Heerstraße und die Autobahnauf- und Abfahrten Osternburg würden stark beansprucht.

Auf ein weiteres Problem weist Dipl.-Kaufmann Bernd Titgemeyer hin: „Die technische Infrastruktur ist problematisch, die Internet-Bandbreite und Übertragungsgeschwindigkeit sind miserabel.“ Gerade für Dienstleistungsunternehmen sei dies aber ein wichtiger Standortfaktor. Er wünsche sich, dass die Stadt diesbezüglich einmal auf die EWE und die Telekom als die großen Anbieter einwirke.