Großenkneten - Sie ist die Einnahmequelle Nummer eins der Gemeinde Großenkneten: die Gewerbesteuer. Auch wenn bei den Haushaltsberatungen für 2016 immer wieder auf ihren Rückgang hingewiesen wurde: Bisher liegt die Gemeinde Großenkneten weiter auf einem hohen Niveau. Auch im Jahr 2015 hat sie fast die Zehn-Millionen-Marke erreicht. Mit 9,7 Millionen Euro ist die Einnahme aus der Gewerbesteuer damit um eine Million Euro höher ausgefallen als erwartet.
Von „stolzen 9,7 Millionen Euro“ sprach Bürgermeister Thorsten Schmidtke denn auch beim Neujahrsempfang. „Wir bewegen uns damit auf dem hohen Niveau des Vorjahres, so dass wir wichtige und zum Teil schon lang geplante Großprojekte erfolgreich abschließen beziehungsweise auf den Weg bringen konnten.“
Moderater Rückgang
Der Bürgermeister machte aber auch keinen Hehl daraus, dass er in den kommenden Jahren mit „moderaten“ Rückgängen rechnet. Der Grund: Exxon-Mobil Production hat jüngst darauf hingewiesen, dass es bei der großen Erdgasaufbereitungsanlage in Großenkneten zu „Kapazitätsanpassungen“ kommen werde. Klarer formuliert: Die Erdgasvorkommen in der Region werden weniger und damit sinkt auch die Produktion.
Exxon-Mobil ist mit seinen wirtschaftlichen Ergebnissen und Entscheidungen ein überaus wichtiger Faktor beim Betrachten der Großenkneter Gewerbesteuerentwicklung.
Läuft es bei Exxon, dann sprudelt es auch in der Kneter Gewerbesteuerkasse – und umgekehrt. Zwar sind die beiden Energieunternehmen Exxon-Mobil und BEB (Erdgas und Erdöl GmbH & Co. KG) nur zwei von aktuell insgesamt 223 Betrieben in der Gemeinde Großenkneten, die Gewerbesteuer bezahlen. Aber zusammen kommen die beiden Konzerne auf einen beachtlichen Anteil.
Mit den Unternehmen aus dem Energiebereich lassen sich die Schwankungen in der Gewerbesteuereinnahmen seit dem Jahr 2000 oftmals erklären. Bis auf 18,1 Millionen Euro schoss die Gewerbesteuer gar im Jahr 2006 hoch, fiel aber auch in 2010 bis auf 6,36 Millionen Euro und pendelt nunmehr seit längerem um die Zehn-Millionen-Marke.
223 Steuerzahler
Von dem Geld bleibt längst nicht alles in der Kneter Kasse. Rund die Hälfte, so schätzt Kämmerer Horst Looschen, gibt die Gemeinde weiter an den Landkreis Oldenburg (als Kreisumlage) und an das Land (Gewerbesteuerumlage).
Die 223 Gewerbesteuerzahler sind übrigens nur ein kleiner Teil – rund ein Sechstel – der Gewerbetreibenden in der Gemeinde. 1333 sind derzeit gemeldet, so Bürgermeister Thorsten Schmidtke. Ernannte diese Zahl in seiner Rede „beachtlich“, denn damit hat fast jeder zwölfte Einwohner ein Gewerbe angemeldet.
