Frankfurt - Milliardenschwere Risiken wegen juristischer Altlasten haben der Deutschen Bank auch das dritte Quartal verhagelt. Weil auch das Investmentbanking nicht rund lief, blieb nur ein magerer Gewinn, wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte. Auch die Aussichten sind mau, das Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen sieht „weitere Herausforderungen“.

Ein großer Unsicherheitsfaktor bleiben juristische Auseinandersetzungen – zum Großteil geht es dabei in den USA um fragwürdige Geschäfte mit Hypothekenpapieren aus der Zeit vor der Finanzkrise. Hinzu kommen mögliche Strafen etwa im Libor-Skandal um Zinssätze sowie der Dauerstreit um die Pleite des Kirch-Medienimperiums.

Für Rechtsrisiken legte die Bank weitere 1,2 Milliarden Euro zurück. Insgesamt sind es nun 4,1 Milliarden Euro.

Unter dem Strich verdiente das Institut im Zeitraum Juli bis Ende September nur noch 51 (Vorjahresquartal: 754) Millionen Euro. Damit setzte sich der Abwärtstrend des zweiten Quartals 2013 fort.

Co-Chef Anshu Jain hatte die Anleger bereits auf schwache Zahlen eingestimmt. Dennoch verfehlte der deutsche Branchenprimus die bereits niedrigen Erwartungen von Analysten. Die Aktie verlor bis zum Nachmittag gut 1,5 Prozent und war einer der schwächsten Dax-Werte.


Die Doppelspitze Jain/Fitschen hat aber das Vertrauen des Aufsichtsrats: Das Kontrollgremium verlängerte den Vertrag des aus Niedersachsen stammenden Fitschen vorzeitig bis 31. März 2017. Der 65-Jährige hatte zunächst nur eine Anstellung bis Mai 2015, Jains Vertrag läuft bereits bis Ende März 2017.

Die beiden Vorstandschefs sehen trotz der schlechten Zahlen ihr Haus auf Kurs: „Die Fortschritte im Hinblick auf unsere langfristigen Ziele sind jedoch ermutigend und wir sind zuversichtlich, dass wir sie erreichen werden.“

Das Führungsduo führte an, dass das Sparprogramm besser laufe als geplant. Insgesamt will die Bank bis 2015 die Kosten um 4,5 Milliarden Euro drücken. Davon will sie 1,6 Milliarden Euro in diesem Jahr schaffen, nach neun Monaten liegen die Einsparungen bereits bei 1,5 Milliarden.

Zudem gab es im Bereich der lange schwachen Vermögensverwaltung einen kräftigen Gewinnsprung. Dagegen sackte der Gewinn im Privatkundenbereich auch wegen des niedrigen Zinsumfelds sowie gestiegener Kosten für den Ausbau ab. Im schwankungsanfälligen Investmentbanking gab es vor allem im Zinsgeschäft wie bei vielen Konkurrenten herbe Rückgänge. Angesichts der Befürchtungen, dass die US-Notenbank ihre Geldschwemme bremsen könnte, hatten sich viele Anleger und Emittenten von Anleihen im Sommer zurückgehalten.

Der herbe Gewinneinbruch im dritten Quartal belastet auch die Kapitalpuffer. Ende September lag die harte Kernkapitalquote bei 9,7 Prozent. Das waren 0,3 Prozentpunkte weniger als drei Monate zuvor. Damit erfüllt die Bank aber weiter die erst ab 2019 voll gültigen verschärften Regeln („Basel III“). Im geplanten Bilanz-Check der EZB sind acht Prozent nötig.