Oldenburg - Auf die wachsende Bedeutung der Franchisewirtschaft hat Dr. Dieter Fröhlich hingewiesen. Der Präsident des Deutschen Franchise-Verbandes verwahrte sich jetzt bei der Tagung „Nutzenorientierung statt Gewinnmaximierung“ im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg gegen die seiner Meinung nach vielfach einseitige Darstellung der Franchisewirtschaft. Eingeladen zu der Tagung hatte die Oldenburger Stiftung Führungsmethodik Georg Rohde und Partner sowie der Bundesverband mittelständische Wirtschaft.
Rund 70 000 Unternehmen mit etwa 550 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mehr als 61 Milliarden Euro sind mittlerweile als Franchiser tätig. Das wirtschaftliche Überleben insbesondere der kleinen und mittelständischen Unternehmen hänge ab von deren Vielseitigkeit und Flexibilität ab. „Der Nutzen für den Franchisenehmer muss höher sein als die Gebühren, die er an den Franchisegeber zahlt.“
Fröhlich rief dazu auf, den Mitarbeitern die Sinnhaftigkeit des Geschäftsmodells zu vermitteln, den Wert ihrer Arbeit anzuerkennen und sich viel gründlicher auf die Kundenwünsche einzustellen.
Dr. Kerstin Friedrich, Leiterin der Akademie für Engpass-Konzentrierte Strategie (EKS), erläuterte anhand der vom Frankfurter Systemforscher Wolfgang Mewes entwickelten EKS, dass es auch abseits der traditionellen Gewinnmaximierungsstrategie eine Alternative gibt. „Denke erst an den Vorteil anderer, und umso besser geht es dir“, erklärte Friedrich. Wichtig sei die Spezialisierung und Fokussierung eines Unternehmens.
„Wir sehen immer nur den Mangel und wollen uns breit qualifizieren, um auf alles eine Antwort zu haben“, so die Referentin. Durch Spezialisierung könne ein Unternehmen um ein vielfaches wachsen. Die These: je spezieller das Angebot, desto weniger Konkurrenz gibt es. Gleichzeitig steigert der Unternehmer seine Motivation, da er durch Spezialisierung nur noch Arbeiten erledigen kann, die ihn erfüllen.
