Glane - Für schwere Maschinen, so sagt Förster Jörn Schöttelndreier, ist die Glaner Heide „eine No-go-Area“. Aber genau das Richtige ist das sensible Naturschutzgebiet für Herkules, Spartakus und Lennox. Die drei Belgischen Kaltblüter von Thomas Glander aus Harpstedt und Clemens Harms aus Ehrenburg übernahmen am Freitag bei Pflegearbeiten der Landesforsten die Schwerstarbeit: Nach dem Fällen einzelner Bäume rückten sie die teils dicken Stämme zum Abtransport an die Wege.
Mit den in dieser Woche begonnenen Pflegearbeiten wolle man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, erklärten Schöttelndreier und Ursula Tröndle von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Oldenburg. Erstes Ziel: Es gelte, den Faulbaum und anderen Baumbewuchs zurückzunehmen, um der Heide auch langfristig eine Chance zu geben. Wenn nicht eingegriffen würde, „entwickeln sich Heideflächen unter unseren Klimabedingungen wieder zu Wald“, erklärte Rainer Städing, Pressesprecher der Landesforsten.
Die alljährliche Schafbeweidung durch die Diepholzer Moorschnucken vom Schäferhof Teerling reiche nicht aus, um die Verbu-schung zu verhindern, so Tröndle. Schafe hätten am Faulbaum, der zur Herstellung eines starken Abführmittels tauge, „kein Interesse“.
Das zweite Ziel der Arbeiten ist ein archäologisches: Die Relikte des Großsteingrabs Glaner Braut sollen vor einwachsenden Bäumen geschützt werden. Drittens dient der Einsatz dazu, die Sicht auf die Steingräber frei zu halten. Dass die Steingräber und die extrem nährstoffarme Heidelandschaft zueinander passen, steht für Schöttelndreier außer Frage: „Das ist eine ganz, ganz klassische Kulturlandschaft.“ Einzelnes Totholz werde vor Ort belassen – „das ist spannend für Spechte und Insekten“.
Bei dem Pflegeeinsatz hatten die Landesforsten auch junge Unterstützer: Eine Schülergruppe von der Ganztags-Waldorfschule Duisburg half beim Einsammeln von Faulbaumsträuchern und Kopfholz. Die Jugendlichen sind für eine Woche zu Gast im Waldpädagogikzentrum Weser-Ems in Ahlhorn. Ihr Einsatz ist Teil eines Waldpraktikums, wie Förster Klaus Benthe anmerkte.
Übrigens: Für die drei Kraftpakete Herkules, Spartakus und Lennox sei der Einsatz keineswegs ungewohnt, sagte Thomas Glander – der, wie auch Clemens Harms, den „Freunden des Kaltblutpferdes“ angehört. Die Vierbeiner nähmen auch an Titelkämpfen im Pflügen und Holzrücken teil. Für den Einsatz seien sie die Optimalbesetzung. Thomas Glander: „Sie sind arbeitswillig, nervenstark und bringen auch die nötige Ruhe mit.“
