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Kunst Am Bau Glasmosaik vor Abriss gerettet

Metjendorf/Westerstede - Die Zeit drängt beim Fegro-Großhandelsmarkt in Metjendorf, denn für einen zweistelligen Millionenbetrag soll der Markt in diesem Jahr komplett neu gebaut werden und möglichst im September fertig sein (siehe auch oben stehenden Bericht). Umso mehr freute sich am Montag Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, dass ein Glasmosaik des 1982 verstorbenen Oldenburger Künstlers Georg Schmidt-Westerstede (siehe Infokasten), das seit 1970 die Kantine des Unternehmens ziert, vor dem Abriss des Gebäudes in Sicherheit gebracht werden kann.

Zwischenlagerung

Die Stadt Westerstede übernimmt das 2,05 mal 4,20 Meter große Wandmosaik mit dem Titel „Von Ostpreußen ins Oldenburger Land“, das Restaurator Klaus-Peter Dyroff aus Schmiedeberg im Erzgebirge derzeit in aufwendiger Handarbeit von der dahinter liegenden Stahlbetonwand entfernt. Er wird es später in seiner Werkstatt zwischenlagern – bis in Westerstede ein Platz dafür gefunden ist. Der Landschaftspräsident dankte Westerstedes Bürgermeister Klaus Groß, der sofort ein Interesse der Stadt für das Kunstwerk bekundet und ganz unbürokratisch dafür gesorgt hatte, dass 5000 Euro für das Abnehmen des Mosaiks und für die Zwischenlagerung bereitgestellt werden.

Die Tochter Schmidt-Westerstedes, Susann Hylla, die den künstlerischen Nachlass ihres Vaters übernommen hatte, dankte der Oldenburgischen Landschaft, der Firma Fegro/Selgros und Bürgermeister Klaus Groß für die schnelle Hilfe bei der Rettung des Kunstwerks: „Das spricht auch für die Wertschätzung, die der Künstler hier erfährt.“ Immer wieder sei Kunst am Bau leider bedroht, wenn Gebäude verändert oder abgerissen werden, sagte Hylla.

Das Kunstwerk war von Helmut Gloth in Auftrag gegeben worden. Er war 1958 als Komplementär in die Adolf Meins KG in Oldenburg eingetreten, die sein Vater Fritz Gloth – er stammt aus Ostpreußen – Ende 1946 übernommen hatte. Die Adolf Meins KG ist Vorläuferin der Fegro/Selgros und zog 1965 von Oldenburg nach Metjendorf. 1970 war das Kunstwerk fertig, das bis heute die Wand der Kantine im Metjendorfer Unternehmen ziert.

Erinnerung an Flucht

Für Jörg Michael Henneberg, stellvertretender Geschäftsführer der Landschaft, ist das Kunstwerk Schmidt-Westerstedes auch ein Stück Nachkriegsgeschichte, erinnert es doch an den gewaltigen Zuzug deutscher Flüchtlinge aus dem Osten etwa nach Oldenburg, wo sich die Einwohnerzahl nach dem Krieg von 80 000 schnell auf 120 000 erhöhte. In Westerstede sei damals die Bevölkerungszahl von 8500 um weitere 7500 auf 16 000 gewachsen, wusste auch Klaus Groß. Henneberg betonte die Alleinstellung gerade der Glasmosaiken Schmidt-Westerstedes, die er in einer von ihm selbst entwickelten Technik bereits im Atelier zusammenstellte und sie dann an einem anderen Ort ins Mörtelbett einließ.

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