Ovelgönne - Der Verein Initum weist noch einmal darauf hin, dass die 23. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Ovelgönne, entgegen der von der Gemeinde vertretenen Aussage, noch nicht rechtskräftig geworden sei, da rechtzeitig sogar zwei Normenkontrollklagen gegen besagte FNP-Änderung eingereicht worden seien, teilt Initum-Mitglied Cordula Rebehn mit.

„Sollten die Investoren also jetzt eine Baugenehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) erhalten, wäre diese möglicherweise zu Unrecht erteilt worden und dementsprechend wäre der Landkreis Wesermarsch eventuell in Millionenhöhe schadensersatzpflichtig“, so Cordula Rebehn. Die beiden Klagen sind nach ihren Worten beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingereicht worden. Sollte diesen Klagen entsprochen werden, „wären ebenso alle bis dato vorgenommenen Umweltveränderungen und Baumvernichtungsaktionen selbstverständlich auch illegal und der Urzustand müsste dementsprechend wieder hergestellt werden“, merkt Cordula Rebehn an.

Um die beklagten Windenergieanlagen aufstellen zu können, müssten laut Verein Initum, der sich auf Aussagen des Investors beruft, etwa 120000 Tonnen Schotter im Moor eingebracht werden. Eine dementsprechende Verdichtung würde stattfinden. Für die Anlagen und die Kabel der Zuführung sowie die Stellplätze müssten die Flächen ausgehoben werden. Der Boden müsste bis zum Wiedereinbringen auf einer gesonderten Deponie getrennt nach Schichten unter Aufsicht eines Sachverständigen zwischengelagert werden.

„Dem Landkreis und der Gemeinde ist bekannt, dass der Bodenaushub aus der sulfatsauren Erde der Wesermarsch keinesfalls wieder in den Boden verbracht werden kann“, teilt Cordula Rebehn mit. Trotzdem würde sich die Gemeinde dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie gegenüber verpflichten, den Bodenaushub wieder in den Erdboden einzubringen und nach Rückbau der Anlagen auch die Fundamente und den Schotter wieder auszubauen. „Auch die Schwarztorfschicht wird, laut Gemeinde, vollständig in den Urzustand versetzt. Wie soll das denn funktionieren?“, fragen sich die Umweltschützer.