Oldenburg - Zwischen der Handelskette Globus, die den leerstehenden Max-Bahr-Baumarkt an der Ammerländer Heerstraße neu eröffnen will, und der Stadtverwaltung gibt es Unstimmigkeiten. Globus-Marketingleiter Jörg Lehmann lieferte jetzt eine Begründung für die von der NWZ  gemeldeten Verzögerungen beim Neustart – ursprünglich sollte der Markt schon im Herbst den Betrieb aufnehmen. Lehmann führte aus, dass die Verwaltung eine Mitte Juli dieses Jahres gestellte Bauvoranfrage noch immer nicht positiv beschieden habe. Gespräche mit den Ämtern würden bereits seit März laufen.

Bei Sondierungsgesprächen zur „Optimierung des Standortes“ sei von der Bauverwaltung darauf hingewiesen worden, dass Max Bahr eine Verkaufsfläche betrieben hatte, die in ihrer Größe „genehmigungsrechtlich“ nicht abgesichert gewesen sei, erklärt Lehmann. „Uns sind die Hände gebunden“, so der Globus-Marketingleiter. Zu einem wirtschaftlichen Betrieb des Standortes sei mindestens die Genehmigung der ehemaligen Max-Bahr-Fläche sowie „einiger Ergänzungs- beziehungsweise Arrondierungsflächen“ notwendig. Diesen Flächenbedarf habe man in den Gesprächen mit dem Bauordnungsamt vorgestellt, betont Lehmann.

Die Stadtverwaltung sieht die Sache anders: Bei einer reinen Nachnutzung der für Max Bahr genehmigten Verkaufsflächen ohne weitere Zuwächse und Umbauten würde es sich nicht um eine genehmigungspflichtige Baumaßnahme handeln, erklärt Stadt-Sprecher Andreas van Hooven. Die der Verwaltung vorliegende Bauvoranfrage gehe aber über dieses Flächenvolumen hinaus. Somit sei das Globus-Vorhaben genehmigungspflichtig. Die Bauvoranfrage sei nach wie vor in relevanten Fragen unvollständig, „worauf wir zweimal detailliert hingewiesen haben“, betont van Hooven.

Und überdies: Es liege noch überhaupt kein Bauantrag vor, stellt der Stadt-Sprecher klar.

Globus wähnt sich da schon weiter: „Wir stehen quasi in den Startlöchern“, so Jörg Lehmann. Man habe für den Oldenburger Markt bereits 43 Arbeitsverträge abgeschlossen und damit „fast alle“ ehemaligen Max-Bahr-Mitarbeiter übernommen. Die Darstellung der Gewerkschaft Verdi, wonach ein Großteil des Personals in die Arbeitslosigkeit gegangen sei, bezeichnet Lehmann als „falsch.“ 30 dieser Mitarbeiter, so der Marketing-Leiter, befinden sich seit Juli zur Einarbeitung in anderen, bevorzugt in der Nähe liegenden Globus-Baumärkten. Insgesamt wolle man 60 bis 70 Arbeitsplätze in Oldenburg schaffen. Globus habe im Bestandsgebäude bereits Dach- und Bodensanierungsarbeiten sowie einen neuen Innenanstrich vorgenommen.


Lehmann hofft nun auf eine „politische Lösung“. Man wolle das Gespräch mit dem neuen Oberbürgermeister suchen.