Wüsting/Ganderkesee - Seit drei Jahren ist Hund „Nis“ jetzt bei Rainer Broschk. Sein Frauchen war in ein Pflegeheim gekommen und konnte sich nicht mehr um ihn kümmern. Er ist einer von zahlreichen Hunden, denen der Ganderkeseer bereits ein Zuhause gegeben hat.
Broschk hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich um Hunde zu kümmern, die als schwer vermittelbar gelten, sei es aufgrund ihres Alters oder ihres schwierigen Charakters.
Auf dem Gnadenhof in Wüsting finden sie einen Zufluchtsort sowie ein großzügiges Areal mit viel Auslauf und einer beheizten Quarantänestation.
2001 gründete Broschk sogar einen eigenen Verein: „Gnadenhof Ganderkesee Delmenhorst und umzu e.V“. Aufgrund der geringen Mitgliederzahl habe der Verein jedoch immer wieder mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen. „Momentan betreuen wir 20 Hunde und vier Katzen in Wüsting. Diese können wir nicht durch einmalige Spenden versorgen. Da müssen wir uns in Zukunft echt was einfallen lassen“, meint der Ganderkeseer besorgt.
Vor allem die Tierarztkosten seien enorm hoch. „Fast alle der Hunde haben – altersbedingt – Arthrose. Andere sind herzkrank“, schildert Broschk.
Die Kosten für Schmerzmittel und Behandlungen zehren am ohnehin knappen Budget des Vereins.
Zumindest um das Futter müsse er sich keine Sorgen machen, so der Hundefreund. Vieles komme von privaten Spendern, auch erhält der Verein aus dem Handel einen Großteil der abgelaufenen Ware, die jedoch noch bedenkenlos verfüttert werden könne.
Um die Betreuung der Hunde in Wüsting kümmert sich momentan Rainer Broschks Partner Bodo Hindenburg. „Am liebsten wäre mir, wenn er irgendwann den Verein ganz übernehmen könnte“, so der 62-Jährige, der sich momentan um Organisatorisches kümmert.
„Ich habe im Laufe der Jahre schon so viele Hunde sterben sehen. Das geht unheimlich an die Substanz“, erklärt Broschk.
Als Ansprechpartner zu Fragen rund um Tierhaltung und -pflege stehe er jederzeit zur Verfügung. „Erst kürzlich habe ich mich um die spontane Unterbringung von sieben Vögeln gekümmert. Manche Leute sehen in mir ihren letzten Notanker. Ich habe schon oft Tiere vermittelt, die als hoffnungsloser Fall galten.“
