Oldenburg/Luxemburg - Für den Oldenburger Thorben Grübnau (34) war die Weltmeisterschaft im Kochen ein Überraschungserfolg. Als Teil der deutschen Nationalmannschaft brachte er zwei Goldmedaillen mit nach Hause. Der sechste Platz, den das Team mit 181,4 Punkten belegte, ist nur 5 Punkte vom Erstplatzierten Singapur entfernt. Insgesamt sind 30 Teams angetreten.
Gerechnet hat mit diesem Ergebnis niemand im deutschen Team: „Wir dachten, wenn es gut läuft landen wir im vorderen Mittelfeld“, erzählt Thorben Grübnau. „Andere Nationen haben eine viel bessere Förderung und intensivere Vorbereitungszeit“, so der Oldenburger Koch.
Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft erfordert absolute Perfektion. In zwei Kategorien starten die Teams mit jeweils 100 Punkten. Jeder kleine Fehler wird mit Punktabzug bestraft. Bewertet werden die handwerklichen Fähigkeiten, wie die Messerführung, die Sauberkeit und Hygiene sowie das Zusammenspiel der Teammitglieder. „Die ständige Beobachtung durch die Jury war für mich eine große Herausforderung“, erzählt Grübnau. Ab 90 Punkten vergibt die Jury Gold. Wer am Ende als Weltmeister den Schauplatz verlässt, entscheiden die gesammelten Punkte.
Gepunktet hat das deutsche Team vor allem in Sachen Mannschaftsleistung. Das sechsköpfige Team musste teilweise 24 Stunden lang Gerichte vorbereiten. Auch in Stresssituationen gingen Arbeitabläufe Hand in Hand und Deutschland hat sich wieder einmal – wie beim Fußball – als Turniermannschaft präsentiert.
Und für dieses Menü hatte sich die Deutsche Nationalmannschaft entschieden: Als Vorspeise gibt es Goldforelle Sous Vide, gebratene Jakobsmuscheln und Salat; als Hauptgang gebratenen Hirschkalbsrücken, geschmorte Rinderskirts, Geflügelleberpraline und Beilagen;als Dessert Erdnussmousse mit exotischen Früchten.
Die Weltmeisterschaft fand im Rahmen einer Lebensmittelmesse statt. Die erste Kategorie, eine kalte Platte, wurde ausgestellt und vor allem nach optischen Kriterien bewertet. Die zweite Kategorie, ein Drei-Gänge-Menü, musste das Team vorbereiten, um der Jury am Abend einen normalen Restaurantbetrieb zu präsentieren.
2016 steht mit der Olympiade der nächste große Wettbewerb an. Zwei Goldmedaillen geben dem deutschen Team Rückenwind. Schon Anfang 2015 wollen sie mit der Vorbereitung beginnen, um an den diesjährigen Erfolg anzuknüpfen.
