Bad Zwischenahn/Filsum - Kühe sind Gewohnheitstiere. Das scheint auch für die „Goldene Olga“ zu gelten. Wie schon im vergangenen Jahr geht der Preis für den besten der 9300 Milcherzeuger Niedersachsens auch in diesem Jahr nach Ostfriesland. Nachdem 2015 der Hof Schulte aus Rhauderfehn-Holte die mit 3500 Euro dotierte Auszeichnung gewinnen konnte, wurde am Freitag die Feldhof Garrelts GbR aus Filsum (Kreis Leer) mit der „Goldenen Olga 2016“ der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) geehrt.

Die Brüder Johannes (34), Jan-Berend (28) und Renke (33) Garrelts, die gemeinsam den Familienbetrieb mit 300 Kühen bewirtschaften, nahmen mit ihren Partnerinnen und Eltern im „Alten Kurhaus“ in Bad Zwischenahn den Preis entgegen. Die Freude war dabei generationsübergreifend: „Das macht mich schon stolz, dass unsere drei Söhne den Preis gewinnen konnten“, sagte Vater Behrend Garrelts, während Enkel Aiko (2) freudestrahlend und mit einem lautstarken „Muh“ sogleich auf dem Rücken der lebensgroßen goldenen Kuh Platz nahm, die jetzt für ein Jahr den Betrieb in Filsum zieren wird.

Mit der „Goldenen Olga“ würdigt die LVN Milcherzeugungsbetriebe, die sich durch besonders nachhaltiges Wirtschaften hervortun. Eine Fachjury prüft dabei nicht nur die Höfe selbst intensiv, sondern auch deren Aktivitäten in den Bereichen Ökologie, Tierwohl, Soziales und Ökonomie.

14 Milcherzeuger wurden am Freitag ausgezeichnet. Aus Ostfriesland und dem Oldenburger Land gehörten auch noch die Backhaus GbR (Urte und Renke Backhaus, Aenne und Hermann Backhaus) aus Sande (Kreis Friesland), Daniela und Ingo Neels aus Butjadingen (Wesermarsch) und die Steffens KG von Annette Merten und Richard Steffens aus Wirdum (Kreis Aurich) zu den Preisträgern.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) betonte die Bedeutung der Milchviehbetriebe für das Land. „Kühe gehören zu Niedersachsen wie Wind und Wellen“, sagte er. Er mahnte, dass sich die hervorragende Arbeit der Milchbauern auch endlich in besseren Preisen auszahlen müsse. „Wir müssen alles tun, dass mehr Geld auf den Höfen ankommt“, betonte er.

Landvolk-Präsident Werner Hilse warnte, dass die jüngste Krise in der Landwirtschaft als Ganzes Narben hinterlassen habe, „die nur schwer verheilen“. Viel Eigenkapital sei vernichtet worden. Er mahnte eine stärkere Würdigung des Engagements der bäuerlichen Betriebe an. Im Hinblick auf die Ernährung sei für ihn die hiesige Landwirtschaft „systemrelevant“.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Wirtschaftsredaktion