Oldenburg/Wilhelmshaven/Vechta/Emden - Von der freundlichen Seite zeigte sich der Herbstauftakt – wie beim Wetter – auch am Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen im Nordwesten sank auf etwa 50 300 – das sind etwa 700 weniger als im Vormonat August. Dass es zugleich rund 700 mehr sind als vor einem Jahr, könnte an Sonderfaktoren liegen, darunter saisonale Verschiebungen und mehr Flüchtlinge.

Im Oldenburger Land – mit den Arbeitsagenturbezirken Oldenburg-Wilhelmshaven und Vechta – wurden Ende September 34 833 Arbeitslose gezählt. Das sind 394 weniger als einen Monat zuvor, aber rund 180 mehr als vor einem Jahr. In Ostfriesland mit dem Agenturbezirk Emden gab es 15 470 als arbeitslos registrierte Frauen und Männer – 300 weniger als im Vormonat, aber zugleich gut 500 mehr als vor einem Jahr.

Generell gilt diese Zusammenfassung für den September: Im Monatsvergleich sinkende Arbeitslosenzahlen, steigende Nachfrage nach Personal. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Oldenburg ist stark gestiegen, die Einstellungsbereitschaft ist hoch“, sagte Oldenburgs Arbeitsagentur-Chef Dr. Thorsten Müller. Als Branchen nennt er unter anderem Gesundheit/Altenpflege, Erziehung und Handel.

Das gilt auch über den Nordwesten hinaus. Die Regionalredaktion Niedersachsen/Bremen (Hannover) zählte 247 446 Menschen ohne Job – das waren 1,9 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote betrug 5,9 (August: 6,0) Prozent und blieb damit auf Vorjahresniveau. „Von dem Abbau der Arbeitslosigkeit haben fast alle Personengruppen profitiert. Am stärksten fiel der Rückgang bei den unter 25-Jährigen aus“, erklärte Klaus Stietenroth, Chef der Agentur-Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen.

Der Anstieg der offenen Stellen kam vielen jungen Menschen zugute. Der Grund: Viele von ihnen begannen eine Ausbildung oder traten nach einer abgeschlossenen Ausbildung eine neue Stelle an.


Ihnen steht in der Statistik allerdings eine steigende Zahl von ausländischen Job-Suchenden gegenüber, weil sich Flüchtlinge nach dem Abschluss ihres Asylverfahrens arbeitslos melden. Insgesamt handelt es sich dabei um 56 878 Menschen – 1,6 Prozent mehr als im Vormonat.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen stieg weiter – vor allem im Handel, im verarbeitenden Gewerbe und in der Zeitarbeit. Allein im September wurden den Angaben zufolge 18 986 neue Stellen gemeldet, das waren 1023 Stellen oder 5,7 Prozent mehr als im Vormonat. Die Agentur ist daher zuversichtlich, dass die Herbstbelebung auch weiterhin positive Effekte auf den Arbeitsmarkt haben könnte.

Regional fiel die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen unterschiedlich aus: Am höchsten lag die Arbeitslosenquote mit 7,3 Prozent in der Arbeitsagentur-Region Hannover. Am niedrigsten lag sie im Agentur-Bezirk Nordhorn mit Grafschaft Bentheim und Emsland: 3,5 Prozent.

Interessant ist ein Blick auf weitere Details im Nordwesten, auf Landkreis-Ebene: So hat sich der Landkreis Oldenburg mit einer Arbeitslosenquote von nur noch 3,9 Prozent in das Spitzenfeld der Kreise in Niedersachsen geschoben – ein gutes Stück vor Vechta mit seinen langjährigen Spitzenwerten (jetzt 4,5). Ganz vorn liegt der Kreis Emsland (3,3 Prozent). Den höchsten Wert in der Klasse der kreisfreien Städte liefert Wilhelmshaven (11,8), vor Delmenhorst (10,6).

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)