Oldenburg/Vechta - Der Arbeitsmarkt im Nordwesten hat einen Goldenen Oktober erlebt. Die addierte Zahl der Arbeitslosen im Oldenburger Land und in Ostfriesland sank auf 48 392 – das waren 1219 weniger als im Vormonat September und 1708 weniger als vor einem Jahr. Das ergeben die am Donnerstag veröffentlichten Daten der Agenturen für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, Vechta und Emden. Damit setzt sich der positive Trend am Arbeitsmarkt im Nordwesten fort.
Allein im Oldenburger Land sank die Zahl der Arbeitslosen im Oktober gegenüber dem Vormonat um 926 auf 33 725. Gegenüber dem Oktober 2014 bedeutet dies einen Rückgang um 955.
Für den ostfriesischen Raum errechnete die Agentur in Emden eine Arbeitslosenzahl von 14 667. Damit waren dort im Oktober 293 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im September und 753 weniger als vor einem Jahr.
Bemerkenswert ist die noch immer bestehende Auswahl an freien Stellen. So gab es im Bezirk Oldenburg-Wilhelmshaven im Oktober insgesamt 4823 Angebote im Dateibestand – 33 mehr als im September und 380 mehr als vor einem Jahr. Allerdings gingen im Oktober „nur“ 1448 neue Stellenangebote ein – 130 weniger als vor einem Jahr. Ob sich hier die von manchen Experten erwartete leichte Abschwächung des Job-Booms andeutet? Auch in Ostfriesland wurden weniger freie Stellen neu gemeldet (668/minus 288 gegenüber Vorjahr). Nur im Oldenburger Münsterland blieb die Oktober-Zahl noch über dem Vorjahreswert (703/plus 26).
„Die Herbstbelebung fällt etwas schwächer aus als 2014“, bilanzierte Ulrich Thies, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven. Saisonabhängige Branchen meldeten weniger Stellen, und im Metallbereich sei ein Abwarten vieler Betriebe spürbar. Thies verwies aber zugleich auf „ausgesprochen starke“ Vorquartale.
Sogar „noch stabiler als in den Vorjahren“ schätzt die Agentur in Vechta (für die Kreise Vechta und Cloppenburg) die aktuelle Lage ein. Geschäftsführerin Christine Eden sieht „starke Personalnachfrage der heimischen Betriebe“. Besonders profitiert hätten Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Dagegen sei die Zahl ausländischer Arbeitsloser gestiegen.
„Weiter verstärkt“ hat sich der Beschäftigungsaufbau auch in Ostfriesland, stellte Roland Dupák, Chef der Agentur für Arbeit Emden-Leer, fest. Er sieht gegenwärtig „keinen Grund zur Sorge“.
Wie unterschiedlich die Situation im Nordwesten ist, zeigt ein Blick auf die Arbeitslosenquoten: Die höchste Quote der Region (wie auch in Niedersachsen) verzeichnet die Stadt Wilhelmshaven mit 11,5 Prozent, die niedrigste das Emsland mit 2,9 Prozent. Einige Kreise haben markante Linien unterschritten. Der Landkreis Oldenburg etwa meldete nur 3,9 Prozent, das Ammerland 3,8 Prozent.
