GORLEBEN - Die ersten Castor-Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll stehen in Frankreich zur Abfahrt ins Zwischenlager Gorleben bereit – in Niedersachsen rüstet sich derweil die Polizei für ihren Großeinsatz. Der Verladebahnhof in Dannenberg – dort werden die Atommüll-Behälter vom Zug auf Speziallastwagen umgeladen – wurde am Mittwoch abgesperrt und dick mit Stacheldraht eingezäunt.
Die Lage sei bislang aber noch ruhig, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Lüneburg. Am kommenden Sonnabend ist eine große Anti-Atom-Demonstration im Wendland mit mehreren zehntausend Menschen geplant. Atomkraftgegner wollen unter anderem Schienen blockieren und Steine aus den Gleisen entfernen.
Die ersten Atommüll-Behälter verließen am Mittwoch die Wiederaufarbeitungsanlage im nordfranzösischen La Hague und rollten auf der Straße zum rund 30 Kilometer entfernten Bahnhof Valognes. Die Umweltorganisation Greenpeace sprach von fünf Castor-Behältern. Die restlichen sechs Behälter sollen am kommenden Dienstag und Mittwoch nach Valognes gebracht werden.
Der Beginn des rund 1000 Kilometer langen Transports zum Zwischenlager Gorleben ist dann für den 5. November geplant.
Greenpeace kritisierte Gefahren durch die radioaktive Strahlung des Transportes. Dieses Mal sei die Konzentration der Radioaktivität extrem hoch, sagte der Atom-Experte der Umweltorganisation Yannick Rousselet. Es bestehe eine Gefahr für alle, die an den Transporten beteiligt seien, nicht zuletzt für die Sicherheitskräfte, betonte er. Greenpeace begründete dies damit, dass die Brennstäbe besonders lange im Einsatz gewesen seien. Die Anti-Atomkraft-Bewegung erwartet auch angesichts der geplanten Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke weitaus mehr Zulauf für die Proteste im Wendland. In Frankreich wird der Atommüll-Transport in der Öffentlichkeit dagegen kaum wahrgenommen.
