GRABSTEDE - Aktuelles Thema ist die Strukturreform der Betriebsgemeinschaften. Sie soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Von Kai Hippen

GRABSTEDE - Großes Interesse unter den Mitgliedern fand am Donnerstag die Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Ems-Jade. Das mag auch daran gelegen haben, dass der Vorsitzende, Hartmut Kaempfe (Grabstede), und sein Stellvertreter, Henning Freiherr von Schele (Grünenkamp), ein informatives Rahmenprogramm vorbereitet hatten. Die Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss von privaten Waldbesitzern, Ems-Jade verfügt über 341 Mitglieder mit zusammen rund 4100 Hektar Wald.

Treffpunkt war der Klosterhof Grabhorn, auf dem Kaempfe die Geschichte seines eigenen und die der anderen Klosterhöfe in der Gemeinde Bockhorn erläuterte. Dabei zeigte er auch den Krug aus dem 12. Jahrhundert vor, der in Grabhorn beim Pflügen gefunden worden war - voller Münzen, die sich heute größtenteils in einem Oldenburger Museum befinden.

Zweite Station war der Hof der Familie Ohmstede in Grabstederfeld. Besichtigt wurde eine Biogasanlage, die seit 2001 besteht und heute eine Leistung von 500 kw aufweist. Gefüttert wird sie mit Mais und Gülle. Für die Forstwirte war auch ein Nebenaspekt wichtig. Ein Teil der Abwärme wird dazu genutzt, frisches Brennholz zu trocknen. Ohmstede: „Dieses Holz findet immer mehr Liebhaber, weil die allergieauslösenden Schimmelpilze nicht vorkommen.“

Dann wurde das Hofgut Grünenkamp der Familie von Schele aufgesucht. Thema hier: eine Holzheizanlage. Von Schele wies auf den Vorteil für Waldbesitzer hin: „Wir können alles Holz für die Heizung verwenden, was der Wald hergibt und was wir nicht verkaufen können.“ Er betonte aber, dass zur Installation nur absolute Fachleute herangezogen werden sollten.


Vierter Treffpunkt war der Klosterhof zu Jührden. In dem vor kurzem eröffneten Cafe neben dem Swingolfplatz wurden die Forstwirte vom Bockhorner Bürgermeister Ewald Spiekermann begrüßt, der darauf verweisen konnte, dass zum Gebiet der Gemeinde Bockhorn immerhin 638 Hektar Wald gehören.

Hartmut Kaempfe und Geschäftsführer Eckart Janßen führten durch die eigentliche Hauptversammlung. „Mit den Holzpreisen sind wir derzeit sehr zufrieden“, meinte Kaempfe, berichtete aber auch über die Lage im Osnabrücker Raum, in dem durch den Sturm „Kyrill“ viele Existenzen von Waldbauern zerstört worden seien. Johann Dirks, stellvertretender Leiter des Forstamtes Oldenburg, empfahl, angesichts eines ziemlich gesättigten Holzmarktes die Einschläge nicht zu aktivieren. Sorge würde der baumzerstörende Borkenkäfer bereiten, der viel früher als gewohnt ausschwärme und mancherorts „schon so dick wie Fliegen“ sei.

Aktuelles Thema ist die Umstrukturierung der Forstbetriebsgemeinschaften. Noch in diesem Jahr, so Kaempfe und Dirks, werde über die Gründung von Ober-Gemeinschaften zumindest in bestimmten Regionen entschieden. Die Mitglieder würden über die Entwicklung sofort informiert.