GREETSIEL - Die Kutter bleiben vorerst in den Häfen: Die Krabbenfischer an der deutschen Küste sowie in den Niederlanden und Dänemark setzten am Dienstag ihren am Montag begonnenen Streik fort – und auch an diesem Mittwoch sollen keine Krabben gefangen werden.

Die Fischer haben den Fang vorerst eingestellt, um den Großhandel zur Zahlung höherer Preise zu bewegen. Nach Angaben von Philipp Oberdörffer, Fachreferent für Küstenfischerei bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen will der Großhandel den Krabbenpreis um rund 15 Prozent senken. Dabei hätten die beiden marktbeherrschenden Großhändler noch Anfang September einen Kilopreis von 3,25 Euro für größere Krabben und 2,75 Euro für kleinere Ware garantiert. „Die Garantie hatte gerade mal zwei Wochen Bestand“, sagt Oberdörffer.

Nach Angaben von Dirk Sander, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft der Küstenfischer im Weser-Ems-Gebiet, war es am Dienstag zu Irritationen gekommen. Kurzfristig sei der Streik ausgesetzt, dann aber wieder aufgenommen worden. „Es ist gar nicht so einfach, mit allen Beteiligten den Gleichklang zu finden“, sagte Sander und kündigte an, dass der Fangstopp fortgesetzt werde, „wie lange, das müssen wir sehen.“

Derweil haben die SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Schminke (Hannoversch Münden) und Wiard Siebels (Aurich) den Krabbenfischern ihre Solidarität zugesichert. „So wie in allen anderen Branchen muss es auch für die Krabbenfischer auskömmliche Löhne für ihren Knochenjob geben“, so Schminke, Fischereiexperte der SPD-Landtagsfraktion, in einer am Dienstag in Hannover veröffentlichten Erklärung.