GREVEN - Der Kunststoffhersteller Nordenia mit Wurzeln im Oldenburger Land wird nach Südafrika verkauft. Der US-Finanzinvestor Oaktree will den Spezialisten für Verpackungen und Folien, der mittlerweile seinen Sitz im westfälischen Greven hat, an den südafrikanischen Branchenriesen Mondi verkaufen. Die von Oaktree gemanagten Fonds hätten der Übernahme zugestimmt, teilten Nordenia International und die Mondi Group am Mittwoch mit.

Mondi erwirbt nach eigenen Angaben 93,4 Prozent der Nordenia-Anteile. Dafür zahlen die Südafrikaner 240 Millionen Euro und übernehmen zudem 398 Millionen Euro Schulden. Die Übernahme soll, vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden, im vierten Quartal abgeschlossen werden.

„Wir sehen in dem möglichen Zusammenschluss vor allem eine sehr gute Gelegenheit, eines der führenden Unternehmen im Bereich Konsumgüterverpackungen zu entwickeln, unseren Kunden ein breiteres Produktportfolio anzubieten und den exzellenten Service fortzusetzen“, sagten der Nordenia-Vorstandsvorsitzende Ralph Landwehr und Mondi-Chef Peter Oswald unisono. Die kombinierte Konsumgütersparte soll künftig vom bestehenden Nordenia-Managementteam von Greven aus geführt werden.

Nordenia war 1966 von Peter Mager in Steinfeld (Landkreis Vechta) gegründet worden. Er leitete später eine eindrucksvolle Globalisierung des Geschäftes ein. Um diesen Kurs abzusichern, wurde im Jahr 2006 der Finanzinvestor Oaktree an Bord geholt.

Heute beschäftigt Nordenia weltweit 3000 Mitarbeiter. Rund 1300 Beschäftigte sind in Deutschland tätig, darunter auch noch ein kleiner Teil am Standort Steinfeld. Der Umsatz war 2011 um 9,9 Prozent auf 880,8 Millionen Euro gestiegen. Der Gewinn war unter dem Strich um rund ein Drittel auf 14,3 Millionen Euro gesunken.


Unternehmensgründer Mager begrüßte die Übernahme. „Das ist eine gute Fügung für Management und Mitarbeiter“, sagte er dieser Zeitung. Mondi kenne das Verpackungsgeschäft, zudem gebe es „interessante Synergien“.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft