München - Alle angeklagten Ex-Vorstände der Bayern LB haben eigenes Versagen beim Fehlkauf der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria vehement abgestritten. Am zweiten Tag des Strafprozesses vor dem Landgericht München beteuerten fünf Angeklagte nacheinander ihre Unschuld. Den Auftakt hatten vor zwei Wochen bereits die ehemaligen Bankchefs Werner Schmidt und Michael Kemmer gemacht.

Der gesamte Vorstand sei bei dem Erwerb der Hypo Alpe Adria hochprofessionell und gewissenhaft vorgegangen, sagte der ehemalige Risikovorstand Gerhard Gribkowsky am Montag: „Eine Maxime „Kaufen um jeden Preis“ bestand zu keinem Zeitpunkt.“ Ex-Vorstand Rudolf Hanisch nannte die Anklage einseitig, unschlüssig und haltlos.

Die Staatsanwaltschaft wirft den einstigen Top-Managern Untreue vor. Sie hätten die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) 2007 völlig überteuert gekauft und die Kontrolleure der Bayern LB getäuscht, um als erfolgreiche Macher dazustehen. Aus dem Verwaltungsrat sei damals die Frage gekommen, ob der Vorstand denn „zu blöd“ sei, eine Bank zu kaufen. Diese Bemerkung hätten die Angeklagten als Demütigung empfunden und seien sich deshalb einig gewesen, bei der Übernahme über Risiken hinwegzusehen.

Gribkowsky wehrte sich gegen diese Darstellung. Die Vorstände seien keine dummen Buben gewesen, die sich demütigen ließen – sondern erfahrene Banker, sagte er.