GRISTEDE - Den Bestand vor allem an Wildschweinen kurz halten wollen die Jäger am kommenden Sonnabend, 19. November, bei einer so genannten „Beunruhigungsjagd“ im Bereich Gristede, Dingsfelde und Mansholt. Bereits zum dritten Mal seit 2009 wird dabei revierübergreifend gejagt, eingesetzt werden auch Treiber und Hunde. Ausgeschlossen werden kann dabei nach Angaben der neuen Kreisjägermeisterin Talke Ruthenberg, Bekhausen, nicht, dass schweres Wild wie eben Wildschweine sowie Dam- und Rehwild sowie auch Hunde vor allem die Gristeder und die Mansholter Straße überqueren – was für Autofahrer nicht ungefährlich wäre. Deshalb wird an beiden Straßen im Bereich des Waldes in der Zeit von 9 bis 12.30 Uhr „Tempo 30“ gelten. „Es wird entsprechend ausgeschildert“, kündigt Ruthenberg an.
Der Bereich Gristede/Mansholt ist im Ammerland ein Schwerpunkt der Wildschweinpopulation. Als die Jägerschaft im Jahr 2009 dort erstmals an gleich zwei Terminen eine revierübergreifende Jagd veranstaltete, wurden mehr als 60 Wildschweine erlegt (dieNWZ
berichtete). 2010 wurde dort erneut bejagt: Bei einem Termin wurden 16 Wildschweine geschossen – auch für Michael Wilkens, Leiter des Hegerings Wiefelstede, ein Zeichen dafür, dass die Wildschweinpopulation mit revierübergreifenden Jagden im Zaum gehalten werden kann. Dass dies notwendig ist, steht für die Jäger außer Frage. Ruthenberg: „Wenn die Bestände explodieren, dann richten Wildschweine enorme Schäden in der Landwirtschaft an und erleichtern die Verbreitung von Seuchen wie die Schweinepest.“ Und für Michael Wilkens war es bezüglich der Wildschweinpopulation schon 2009 „fünf Minuten nach Zwölf.“Mehr als 100 Jäger werden am Sonnabend teilnehmen, weiß Michael Wilkens. Wie steht es da mit dem Thema Sicherheit – auch angesichts der Tatsache, dass Spaziergänger, Jogger oder Reiter im entsprechenden Bereich unterwegs sein können? Talke Ruthenberg sagt es deutlich: „Die Verantwortung für jeden Schuss trägt letztendlich der einzelne Jäger selbst“. Natürlich würden alle Jäger an ihrem Stand eingewiesen, ihnen sei klar, wo Wege und Straßen verliefen. Und Michael Wilkens betont, dass überall auch Schilder mit der Aufschrift „Achtung: Treibjagd“ aufgestellt würden. Verbieten kann man das Joggen und das Spazieren gehen nämlich nicht.
