GROß IPPENER - Eigentlich ist Heiner Kieselhorst aus Groß Ipener ein ganz normaler Landwirt. Schweinezucht betreibt der 49-Jährige auf seinem Hof in Groß Ippener. Gerade steht er aber mit einer Forke in der Hand auf seiner Weide und ruft: „Kommt, kommt mal her.“
Und tatsächlich, sie kommen. Elf schwarze Büffel setzen sich am anderen Ende der Weide langsam in Bewegung. Kurze Zeit später sind sie auch schon bei Kieselhorst angekommen – und lassen sich den Kopf streicheln. „Die kennen mich schon“, erklärt der Landwirt, der die Forke nur als Vorsichtsmaßnahme mitgenommen hat. „Büffel sind schon anders als Kühe, zutraulicher, aber auch vorsichtiger.“
Sozusagen ein Hobby sind die Büffel für Kieselhorst. „Das kommt noch von meinem Vater“, erzählt er. Der habe 1982 den ersten Büffel nach Groß Ippener geholt. Später kaufte Heiner Kieselhorst noch einen weiteren Zuchtbullen aus Italien dazu. Inzwischen hat er eine Herde mit rund 20 Muttertieren.
Auf mehreren Weiden sind die Tiere meist von April bis November untergebracht, „so wie es eben gerade passt“. Einmal die Woche schaut Kieselhorst bei seinen Büffeln vorbei, vor allem um zu gucken, ob eine Büffelkuh gekalbt hat. „Das lässt sich fast nicht erkennen, ob eine Kuh trächtig ist“, erklärt Kieselhorst. Er könne das zwar mit dem Tierarzt steuern, aber das will er nicht. „Das ist hier alles ganz natürlich. Kein Kraftfutter, dafür das Gras auf der Weide.“ Die ist meistens Ausgleichsfläche oder Brachfläche, die Kieselhorst gerade nicht nutzt. „Büffel verwerten auch minderwertige Gräser sehr gut“, sagt der zweifache Vater.
Gut 30 bis 36 Monate wird der männliche Büffelnachwuchs bei den Kieselhorsts alt. Danach werden die Tiere geschlachtet. Das macht der Landwirt zwar nicht selbst, das Fleisch verkauft er aber wieder auf seinem Hof. „Auf Vorbestellung und in Zehn-Kilo-Paketen“, so Kieselhorst. Die weiblichen Büffel aus der Zucht verkauft der Landwirt, nach Paderborn, Basel, Eutin, Leipzig oder auch Ostrittrum. Die Muttertiere und zwei Zuchtbullen bleiben aber in Groß Ippener auf der Weide und dürfen sich ab und zu streicheln lassen.
Der Wasserbüffel
