GROß IPPENER/OLDENBURG - Im Prozess vor der Oldenburger Wirtschaftsstrafkammer um Lkw-Scheingeschäfte mit einer litauischen Bank sind die vier Angeklagten aus Groß Ippener, Litauen, Lohne und Düsseldorf am Mittwoch wegen Beihilfe zur Untreue schuldig gesprochen worden.
Der Hauptangeklagte aus Litauen wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, die drei anderen – darunter der Angeklagte aus Groß Ippener, über dessen Nutzfahrzeugfirma die Scheingeschäfte abgewickelt worden waren – kamen noch mit Bewährungsstrafen, verbunden mit Geldstrafen in Höhe von 10 000 Euro bzw. 6000 Euro, davon.
Nach Überzeugung des Gerichts waren die Angeklagten im Jahr 2006 auf die Idee gekommen, zum Schein Lkw nach Litauen zu liefern. Finanziert wurde das „Geschäft“ durch eine Bank in Litauen, die den Angeklagten im Vertrauen auf die Richtigkeit vorgelegter Dokumente 1,2 Millionen Euro überwies. Das Geld ist verschwunden.
Hatten zwei der vier Angeklagten ein Geständnis abgelegt und die beiden Mitangeklagten schwer belastet, bestritten der Litauer und der Angeklagte aus Groß Ippener jegliche Tatbeteiligung. Das Gericht hielt sie dennoch für schuldig, vor allem aufgrund der glaubhaften Aussagen der geständigen Angeklagten.
Den Kontakt zur litauischen Bank hatte der Angeklagte aus Litauen hergestellt. Weil die Beteiligung der Bank nicht gänzlich geklärt werden konnte, wurden die Angeklagten auch nicht wegen des ursprünglich angeklagten Betruges, sondern wegen Beihilfe zur Untreue verurteilt.
Der Hauptangeklagte verließ trotz seiner vierjährigen Haftstrafe den Gerichtssaal als freier Mann. Er hatte zuvor eine eineinhalbjährige Untersuchungshaft abgesessen und muss die restliche Strafe erst später antreten.
