Groß Köhren - Der Spargel, so sagt Sonja Alfken, sei schon ein ganz besonderer Zeitgenosse. Robuster als zum Beispiel die Erdbeere, sehr erdverwachsen – aber auch für eine Überraschung gut. 2017 zum Beispiel streckte das Stangengemüse so früh die Köpfe aus den Dämmen, dass Erntepläne umgeschrieben werden mussten. Und 2018? „Das komplette Gegenteil“, so beschreibt es die Betriebsinhaberin des Spargelhofs Alfken in Groß Köhren.
Nach der Erfahrung im März 2017, „als uns die Entwicklung überrannt hat“, wollte der Betrieb im Jahr 2018 für eine frühe Ernte gewappnet sein. Sonja Alfken: „Das sollte uns nicht noch mal passieren.“
Die Vorbereitungen gestalteten sich allerdings schwierig. Denn im Herbst/Winter war es zunächst sehr nass („wir konnten gar nicht rauf auf den Acker“), dann dauerfrostig. Erst am 12. März konnte das „Aufdämmen“ beginnen. Die 31-Jährige: „Von da an waren wir von morgens bis abends auf dem Feld.“ Am Dienstag dieser Woche waren die Erde in Form gebracht und die Folien verlegt.
Parallel nahmen die Alfkens Kontakt zu den Erntehelfern auf, großenteils Polen, die schon seit Jahren zur Spargelsaison kommen. „Vier sind schon hier“, insgesamt werden für den Spargel etwa 30 gebraucht. Und: Die Flotte der etwa 30 Verkaufshütten wurde fit für die Saison gemacht.
„Wir stehen jetzt in den Startlöchern“, beschreibt Sonja Alfken die aktuelle Situation. Nur: Die kühle Witterung bremst den Spargel noch aus, auch die Abdeckung mit drei Folien konnte dem Wachstum noch nicht den nötigen Schub geben.
In den Dämmen ermittelten die 31-Jährige und ihr Ehemann Christopher Alfken am Donnerstag eine Temperatur von 7 bis 8,5 Grad – das sei noch eindeutig zu kalt für „Asparagus officinalis“. Ein Buddeln ergab, dass auch in 30 Zentimeter Tiefe noch keine Triebe zu entdecken waren.
Das heißt? Ostern werde es mit Sicherheit keinen Spargel aus Groß Köhren geben, angesichts der aktuellen Wetterprognosen „in etwa 14 Tagen“.
Auf Hof Alfken wurde umgeplant. Sonja Alfken: „Wir streichen den Hofladen, weil wir Zeit haben.“ Der Hof Alfken baut Spargel seit etwa 30 Jahren an – aktuell auf einer Fläche von 25 Hektar. Hinzu kommen Erdbeeren sowie Himbeeren und Heidelbeeren.
