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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Große Chance für Flüchtlinge aus Guinea

27.09.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-09-27T10:41:04Z 280 158

Pia:
Große Chance für Flüchtlinge aus Guinea

Brake Auch die Unternehmensgruppe J. Müller aus Brake (Wesermarsch) bewirbt sich um den Preis für Innovative Ausbildung (PIA) der NWZ . Bei Müller hat es die Auszubildende Louisa Albers – sie ist eine von 56 Azubis in der Gruppe des Seehafen-Dienstleisters – übernommen, die Bewerbung zu formulieren. Es geht um die Integration von zwei jungen Flüchtlingen.

Louisa Albers berichtet: Die beiden jungen Männer, 20 Jahre alt, waren 2013 unbegleitet von Guinea (Westafrika) nach Deutschland geflüchtet. Im Jahr ihrer Ankunft haben die zwei die allgemeine Berufsschule besucht, um dort einen qualifizierten Schulabschluss zu erlangen und so einfacher ins Berufsleben einsteigen zu können. Nach mehreren Praktika wurden sie, aufbauend auf ihren Erfahrungen, vom Aus- und Fortbildungszentrum Bremen beraten und knüpften auf diesem Weg erste Kontakte zur J. Müller Unternehmensgruppe mit Sitz in Brake.

„Wir ermöglichten beiden, ein Jahrespraktikum zu absolvieren, um sich als Fachkraft für Hafenlogistik zu beweisen und um sich für eine anschließende Ausbildung zu qualifizieren“, erzählt Louisa Albers. Das Praktikum sei seitens des Aus- und Fortbildungszentrums gefördert worden und galt als sogenannte Einstiegsqualifikation. Die jungen Männer arbeiteten während dieser Zeit zweimal wöchentlich im Betrieb und besuchten an weiteren zwei Tagen die Berufsschule zur Fachkraft für Hafenlogistik (1. Lehrjahr).

Da ein gutes Verständnis das A und O für eine erfolgreiche Teamarbeit ist, nahmen beide zusätzlich einmal wöchentlich an einem Deutschkurs teil, um ihre sprachliche Entwicklung zu verbessern. Während des Einstiegsqualifizierungsjahres habe man bei J. Müller „schnell erkannt, dass diese zwei jungen Menschen ehrgeizig und lernwillig sind. Daher war es wenig verwunderlich, dass wir beiden eine Ausbildung zur Fachkraft für Hafenlogistik anboten, die diese am 1. August 2016 begannen“, heißt es weiter.

Die Firma wolle die beiden weiterhin bestmöglich unterstützen. Konkret bedeutet das folgende Zusatzangebote: mit dem Aus- und Fortbildungszentrum und der Agentur für Arbeit Stütz-und Förderunterricht zur Wiederholung und Vertiefung des Berufsschulstoffes, ferner unterstützende Begleitung während der Ausbildung, sozialpädagogische Begleitung und Beratung. Auch wichtig: Beide haben einen Hauptansprechpartner.

Außerdem ermögliche die J. Müller Unternehmensgruppe ihnen den weiteren Besuch des wöchentlichen Deutschkurses. In regelmäßigen Gesprächen mit dem Ausbilder werden sie über den Ausbildungsstand informiert und bekommen Hilfe bei Herausforderungen des Alltages.

Zudem fand bereits an den ersten Tagen der Ausbildung ein kommunikations- und teamstärkendes Seminar mit allen neuen Azubis statt, bei dem sich beide Auszubildende sehr aufgeschlossen zeigten. Auch sprachlich habe es keine Hemmungen gegeben. „Sie wurden seitens der anderen Auszubildenden integriert, was dazu beitrug, dass alle Spaß hatten, sich wohlfühlten und besser kennenlernten. Auch der Ausbildungsausflug sowie am B2Run-Firmenlauf trugen zu Integration und Wohlfühlen bei, so Louisa Albers.

Fazit: Die beiden hätten sich „sehr gut integriert und eingebracht“, schreibt Louisa Albers. Nach den guten Erfahrungen will man in Zukunft weiteren jungen „flüchtigen“ Menschen die Möglichkeit einer Einstiegsqualifikation und bei Eignung eine anschließende Berufsausbildung bieten – und andere motivieren, es ebenso zu tun. „Unternehmerisch wie auch menschlich gesehen ist es für uns alle ein Gewinn.“