Hannover - Niedersachsens Baggerseen mögen auf den ersten Blick karg und monoton wirken – aber unter Wasser kann sich ihre Fischwelt laut einer Studie durchaus sehen lassen. Demnach haben Baggerseen eine vergleichbar große Fischvielfalt wie natürliche Seen. Sogar Exoten wie Bitterling oder Schlammpeitzger fühlen sich in den einstigen Abbaugruben wohl. Zu dem Ergebnis kommt eine Untersuchung unter Federführung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei, die kürzlich im Fachblatt „Limnologica“ erschien.

Die Analyse verglich 18 während der Eiszeit entstandene Seen aus Brandenburg mit 19 Baggerseen aus Niedersachsen, die jünger als 100 Jahre sind. Untersucht haben die Forscher die Artenvielfalt in den Uferregionen.

Sie kommen zu dem Schluss, dass die Baggerseen eine ganz ähnlich breite Fischartenvielfalt haben, obwohl die Ufer deutlich monotoner sind. Das scheine die Fische offensichtlich nicht zu stören. Einzig bei den überall sehr häufig vorkommenden Arten Barsch – ein dem Zander ähnelnder Raubfisch – und bei den kleinen karpfenähnlichen Arten Rotauge (auch Plötze genannt) und Rotfeder gab es minimale Unterschiede. Ihre schiere Anzahl variierte teilweise leicht.

Die Forscher kommen einerseits zu dem Schluss, dass die Fischvielfalt der uralten, natürlichen Seen durchaus als eine Messlatte für die Lebensraumqualität der Ufer junger Baggerseen dienen darf. Zudem betonen die Experten, dass die Arbeit von Angelvereinen allenfalls positive, nicht aber negative Einflüsse auf die Artenvielfalt hat. Die Baggerseen der Studie wurden nämlich allesamt von Angelvereinen gepflegt und bewirtschaftet.