GROßEFEHN - Befürworter der Magnetschwebebahn Transrapid setzen jetzt ganz auf Kostenreduzierungen beim Fahrweg, konkret bei den Beton-trägern, auf denen das System schwebt. Das wurde am Mittwoch bei einem Besuch des Hamburger Betonbau-Spezialisten Professor Hermann Flessner beim Transrapid-Förderer Rolf Trauernicht in Großefehn (Ostfriesland) deutlich.

Wenn die modular aufgebauten Stelzen nach einem neuen Schleuderbeton-Verfahren massenhaft und vor Ort (ohne Transportaufwand) an der Trasse produziert würden, seien Kostenreduzierungen von 30 Prozent und mehr denkbar, schätzte Flessner. Der Fahrweg sei bei Magnetbahn-Projekten der entscheidende Kostenfaktor. Komme es tatsächlich zu einer deutlichen Verbilligung, solle der Ausbau von ICE-Strecken „überdacht“ werden.

Konkret strebe man an, in die bestehende Testanlage in Lathen (Emsland) mindestens vier Stelzen mit der neuen Technik einzubauen und zu testen, erläuterten Trauernicht und Flessner. „Wir brauchen die Test-Träger“. Mit dem dafür erforderlichen Betrieb würde die Anlage auch erhalten. Dort sind etwa 60 Mitarbeiter tätig.

Kurzfristig ist die Gründung einer Firma geplant, die das Vorhaben vorantreiben soll. Man sei dabei, Landes-Fördermittel zu beantragen. Falls die Förderung bald stehe, könne der Einbau der Test-Stelzen im dritten Quartal beginnen.

Trauernicht forderte den Bund, das Land sowie den Kreis Emsland dazu auf, jeweils 500 000 Euro bereitzustellen. Er will weitere 500 000 in der regionalen Wirtschaft mobilisieren. Die 40 Millionen für den Abbau der Anlage geplanten Euro sollten für ihren Weiterbetrieb eingesetzt werden. Letztlich geht es Trauernicht (84) darum, dass Pläne für Strecken wie Hamburg-Berlin oder Amsterdam-Hamburg verwirklicht werden.