Großenkneten - 9.27 Uhr am Bahnhof in Ahlhorn: Der weiß-gelbe Bus der Verkehrsbetriebe Oldenburg Land (VOL) biegt in die Straße am Bahnhof ein, fährt durch bis ans Ende, wendet und hält ein paar Meter weiter auf der Straße an. Busfahrerin Birgit Kothe braucht die Tür nicht zu öffnen. Niemand steigt ein oder aus. „Vormittags fahren nur vereinzelt Fahrgäste mit, mittags nutzen einige Schüler den Bus.“ Kothe fährt auf der neuen Buslinie 260. Mit dieser Linie verbindet der Landkreis Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen die Grundzentren Großenkneten und Ahlhorn mit der Kreisstadt Wildeshausen.
Erster Bus um 7.09 Uhr
Montags bis freitags startet das Angebot ab 7.09 Uhr von Großenkneten. Der Bus fährt über Sage und Ahlhorn nach Wildeshausen. Bis zur letzten Abfahrt aus Kneten um 17.19 Uhr in Richtung Wildeshausen beinhaltet das Fahrtenangebot einen Zwei-Stunden-Takt und bietet ebenso die Möglichkeit der Rückfahrt.
Ab 8.07 Uhr sind die VOL-Busse ebenfalls in einem Zwei-Stunden-Takt von Wildeshausen in Richtung Ahlhorn und weiter nach Sage und Großenkneten unterwegs. Die letzte Rückfahrt startet um 18.07 Uhr am Kreishaus und erreicht Großenkneten um 18.41 Uhr. Neu ist auch ein Fahrplanangebot an Samstagen. Hier werden vier Hin- und vier Rückfahrten angeboten.
„Es gibt noch keine genauen Erkenntnisse“, sagt sowohl Maik Ehlers von der Kreisverwaltung als auch VOL-Geschäftsführer Leo Wilmering. Eine Zählung der Fahrgäste habe es noch nicht gegeben, werde aber für die nächsten Wochen geplant.
Im betrieblichen Ablauf gebe es keine Probleme, so Wilmering. In der Regel dauere es zwölf bis 18 Monate, bis man verlässliche Zahlen habe.
ÖPNV nicht einfach
Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) auf dem Land ist ein schwieriges Geschäft, meint Ehlers. Dort werde der Bus oft noch als Arme-Leute-Fahrzeug angesehen. Um die Jahrtausendwende habe es schon einmal einen Versuch gegeben, eine Busverbindung zwischen Ahlhorn und Wildeshausen zu etablieren. Damals sei der Bus nicht angenommen worden.
Ehlers ist aber angesichts der heutigen Bevölkerungsstruktur in Ahlhorn der Ansicht, dass durchaus ein Interesse an einer Busverbindung in die Kreisstadt bestehe. Im Mittelzentrum Wildeshausen gebe es im Gegensatz zu Ahlhorn und Großenkneten zum Beispiel das Krankenhaus und diverse Fachärzte. Ehlers kann sich auch eine Ausweitung des Zwei-Stunden-Taktes vorstellen, wenn es entsprechende Fahrgastzahlen gibt.
