Großenkneten/Hellbusch - Wenn eine Kreisstraße voll gesperrt wird, dann hat das Folgen. Schließlich handelt es sich um eine sogenannte „klassifizierte Straße“ für den überörtlichen Verkehr mit der entsprechenden Zahl an Fahrzeugen. Für den Verkehr heißt es, längere Wege auf den Umleitungsstrecken zu nehmen. Mancher sucht kürzere Wege außerhalb der offiziellen Umleitung (die immer über klassifizierte Straßen führen darf). Da laufen dann auf ansonsten ruhigen Gemeindestraßen plötzlich deutlich mehr Fahrten, bei denen zudem oft sehr auf das Gaspedal gedrückt wird. All das ist jetzt auch bei der Vollsperrung der Moorbeker Straße (Kreisstraße 238) zwischen Amelhausen und Großenkneten (Kreuzung Döhler Straße) zu erleben. Zwei Beispiele:
Am Esch
Zu schaffen macht die Situation beispielsweise den Anliegern der Straße „Am Esch“. Das ist eine Sackgasse, da die Straße am Ende zum Wilhelm-Wellmann-Platz hin mit drei Absperrpollern für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. „Nun kommt aber viel Suchverkehr hier hereingefahren. Alle müssen wieder
Das Kreis-Straßenverkehrsamt hat auf Nachfrage erläutert, dass es für die rund 4,5 Kilometer lange Vollsperrung der K 238 von Amelhausen nach Großenkneten eine „adäquate Umleitung“ ausgewiesen habe. Das heißt: Es sind entsprechend große Straßen ausgewählt worden, die den Umleitungsverkehr aufnehmen (über Huntlosen und Döhlen). Diese große Umleitung ist ausgeschildert. Zudem gebe es Hinweise auf Sackgassen, im aktuellen Fall die Buchenallee, und auf die letzte Möglichkeit, vorher abbiegen zu können. Dass Autofahrer auf Gemeindestraßen ausweichen, sei nicht zu verhindern. Schließlich seien sie dem öffentlichen Verkehr gewidmet, heißt es aus dem Kreishaus. Nötig sei die Vollsperrung, damit die Sanierung der Fahrbahn des Rad-/Gehwegs innerhalb eines knappen Zeitraums erfolgen könne (bis 3. Juli; mit Nacharbeiten bis 16. Juli). Eine Aufteilung in zwei Bauabschnitte würde dagegen eine Verlängerung der Bauzeit bedeuten, so die Fachleute.
umdrehen. Dabei wird nicht die Geschwindigkeit von maximal sieben Stundenkilometern eingehalten“, so Peter Schürmann und Erich Otten im Gespräch. Während sie auf den Missstand hinwiesen, fuhren gerade wieder zwei Autos in die Straße. Bis zu den Pollern. Dann das Umdrehen und zurück.
Für sie sei der jetzige Zustand so nicht nachvollziehbar. Zwar sei inzwischen eine mobile Radarstation mit dem Hinweis auf das gefahrene Tempo aufgestellt worden, aber der Verkehr in der Sackgasse sei trotzdem da und gehöre hier nicht hin.
Frauke Asche, Amtsleiterin im Kneter Rathaus, kennt das Problem. Direkt beim Start der Vollsperrung am Montag legten einige Autofahrer gar einen versehentlich nicht abgeschlossenen Poller um, um durch zu fahren. „Das wurde sofort gemacht“, so Asche. Ein Autofahrer sei gar auf die Idee gekommen, über den Radweg an den Pollern vorbeizufahren. Der Bauhof habe daher die Findlingssteine entsprechend umgesetzt.
Die gesamte Umleitung sei für die Schulbusse aus und nach Ahlhorn zu lang geraten. Darauf reagierte die Gemeinde und ließ dem Busunternehmen den Schlüssel für das Auf- und Abschließen der Poller zukommen. Damit können sie den Weg über die Straße Am Esch nutzen – und zwar nur für die Busse, erläuterte Asche.
Hellbusch
Ein anderes Beispiel für die Folgen der Vollsperrung: Im Sommer 2019 hatte es für die Straße Hellbusch endlich ein Tempolimit (50 km/h) gegeben. Es ging dabei nicht zuletzt um den Schutz der Kinder. Seit der Sperrung nutzen aber viele Autofahrer den Schleichweg über Hellbusch, wie Anliegerin Sabine Hellbusch beobachtet hat. Dabei würden sie oft sehr schnell fahren, so ihr Eindruck. In ihrer Verzweiflung stellten Anlieger gar größere Gegenstände für einen „Slalom“ auf die Fahrbahn, um den Verkehr zu bremsen. Das rief die Polizei auf den Plan, denn derartige Eingriffe sind nicht erlaubt. Folglich wurden die orangenen Wannen wieder entfernt.
Im Rathaus will man kurzfristig den Verkehr mit geschwindigkeitsreduzierenden Maßnahmen bremsen, sagte Frauke Asche. Zudem habe man den Landkreis um eine Tempokontrolle an der Straße Hellbusch gebeten.
