Großenkneten/Sage - Der Runde Tisch zum Wasserhaushalt in den Gemeinden Großenkneten und Emstek tritt in eine neue Phase ein. Das wurde bei der neunten Sitzung im Landhaus Otte in Sage deutlich, wie der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) berichtet. Rund 30 Teilnehmer erörterten drei Stunden lang das Vorgehen von Gutachtern und die weiteren Schritte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Grundwasserentnahme für die Trinkwasserversorgung auf den Wasserhaushalt auswirkt.
Dies herauszufinden ist vor allem eine rechnerische Aufgabe. Dr. Stephan Hannappel von der HYDOR Consult GmbH begleitet im Auftrag der Gemeinde Emstek die Untersuchungen des Gutachters Martin Meinken, der vom OOWV beauftragt wurde. Die Lösung für diese Frage: Die Fachleute bedienen sich vieler Daten von Grundwassermessstellen, die in ein Rechenmodell einfließen. Dabei werden langjährige Entwicklungen ebenso betrachtet wie die Fließrichtungen des Grundwassers. Sie greifen auch auf Informationen der Unteren Wasserbehörden der Landkreise Cloppenburg und Oldenburg sowie des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zurück. „Wir verfügen über eine sehr gute Datenlage, die in dieser Detailtiefe außergewöhnlich ist“, sagte Martin Meinken, Inhaber des Ingenieurbüros H.-H. Meyer.
Am Runden Tisch wurde bereits festgestellt, dass die Höhe des Grundwasserspiegels durch mehrere Faktoren beeinflusst sei, heißt es in einer Mitteilung des Wasserverbands. Dazu gehören hier neben der Wasserförderung durch den OOWV auch Entnahmen zur Feldberegnung oder für sonstige Zwecke, oberirdische Entwässerungsmaßnahmen sowie Witterungsschwankungen. Möglicherweise spielen auch klimatische Veränderungen eine Rolle.
Anhand von langjährigen Wasserstands-Ganglinien für die Vielzahl der vorhandenen Grundwassermessstellen ist beispielsweise schon jetzt sichtbar, dass die Wasserförderung durch den OOWV in den näheren Fassungsbereichen zu Grundwasserspiegelabsenkungen geführt hat. Infolge der überwiegend trockenen Witterungssituation in den zurückliegenden zehn Jahren befinden sich die Grundwasserspiegel generell in der gesamten Region auf einem sehr niedrigen Niveau. Letzteres gilt insbesondere für die Geestbereiche mit dort mittleren bis großen Grundwasserflurabständen.
Inwiefern sich fallende Grundwasserstände in der Region auf die Vitalität von Bäumen auswirken, wird ab jetzt speziell ermittelt. Auf Empfehlung der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) hat der OOWV einen Sachverständigen mit entsprechenden Untersuchungen beauftragt. Vor allem am Baumweg in Emstek waren immer wieder Schäden an Eichen beobachtet worden. „Wir arbeiten die am Runden Tisch dokumentierten Auffälligkeiten konsequent ab“, erläuterte OOWV-Mitarbeiter Cord Bergfeld. Der Gutachter werde alle wesentlichen Einflüsse berücksichtigen, darunter das Alter der Bäume, den Standort, die Bodenverhältnisse und den Grundwasserstand.
Moderator Peter Brieber zeigte sich mit dem Verlauf des Abends zufrieden. „Wir kommen dem Ziel näher, ein Gesamtbild über die Auswirkungen der Wasserförderung auf die Vehne, auf Bäume und auf die Ahlhorner Fischteiche zu erhalten.“
Der Runde Tisch tagt das nächste Mal wieder nach den Sommerferien.
