GROßENKNETEN - Rund 10 000 Euro Geldspenden und diverse Sachspenden sind bislang aus der Region an die „Sunrise Gruppe“ in Jerusalem gegangen. Mit den Spenden, die auch in anderen Ländern gesammelt werden, kümmert sich die Gruppe um Frauen mit Brustkrebs in Palästina. Marion Cordes-Major aus Großenkneten hatte vor vier Jahren die Spendenaktion im hiesigen Bereich über die evangelische Kirchengemeinde ins Leben gerufen.
Cordes-Major hatte ihren Mann aus beruflichen Gründen nach Israel begleitet und sich dort vier Jahre lang ehrenamtlich in der „Sunrise Group“ engagiert. Es ist die einzige Selbsthilfegruppe für palästinensische Brustkrebspatientinnen im Westjordanland und im arabischen Teil Jerusalems. Kürzlich war Marion Cordes-Major wieder für zwei Wochen in Jerusalem, um ehrenamtlich mitzuhelfen bei der Betreuung der Patientinnen.
Krankengymnastik, Massagen, Wahrnehmungsschulungen, Lymphdrainage – was hierzulande für Brustkrebspatientinnen selbstverständlich ist, kann für die palästinensischen Frauen nur durch den enormen Einsatz der „Sunrise Group“ organisiert werden. „Nach der Diagnose Krebs, nach Operationen oder Chemo bzw. Bestrahlung, gibt es in Palästina nicht die Möglichkeit einer Nachsorge in Form einer Kur“, weiß Marion Cordes-Major zu berichten. „Die betroffenen Frauen und Familien sind häufig sich selbst und ihrem Schicksal überlassen.“
Das soziale Netz bestehe nur aus Familie und Freunden. „Daher ist die Selbsthilfegruppe Sunrise Group von besonderer Bedeutung. Jede Spende ist ein großes Geschenk“, sagt die Physiotherapeutin. Mit den Spendengeldern sei es möglich, Personal vor Ort fachlich zu schulen und den Frauen ein bisschen mehr Lebensqualität und Lebensfreude zu geben. Wichtig sei es, durch materiellen und seelischen Beistand den betroffenen Frauen zu zeigen: „Ich bin nicht allein!“
Zur Bestrahlung kommen die Frauen für vier bis sechs Wochen in das Auguste Victoria Hospital auf dem Ölberg. Allein dieser Weg aus den besetzten Gebieten über die „Checkpoints“ verlange den Frauen viel ab.
Die Frauen von Gaza, so berichtet Marion Cordes-Major, müssten eine Verweilerlaubnis für die Zeit bei den Israelis beantragen. Sie seien häufig ganz allein im Krankenhaus, weit weg von ihren Familien. „Das ist eine sehr belastende Situation“, erzählt die Großenkneterin. Sie engagiert sich weiter für die „Sunrise Group“ in Jerusalem und will im nächsten Jahr versuchen, zumindest wieder für einige Wochen als „Massage therapist volunteer“ vor Ort zu arbeiten. Weil sie weiß, wie wichtig die Hilfe für die betroffenen Frauen ist.
