GROßENKNETEN - Stolze 5800 Euro sind bislang laut Pastorin Sabine Spieker-Lauhöfer auf das Spendenkonto der ev. Kirchengemeinde Großenkneten für die „Sunrise Group“ eingegangen und weitergeleitet worden. Die „Sunrise Group” kümmert sich ehrenamtlich nicht nur um die Nachsorge, sondern auch um die Aufklärung und die Betreuung von Frauen mit Krebsdiagnose aus dem Westjordanland und aus Gaza.

Die Gruppe, die ihren Sitz im Auguste Victoria Hospital in Jerusalem hat, finanziert Aufklärungskampagnen, Mammographie-Untersuchungen, persönliche Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen bei Frauen mit neuer Diagnose sowie auch Brustprothesen und Perücken nach der Operation, um den Frauen zu helfen, den Weg zurück ins Leben anzutreten.

Brustkrebs ist in der palästinensischen Gesellschaft immer noch Tabuthema, Unterstützung für Betroffene und deren Familien gibt es so gut wie gar nicht. Hier setzt die „Sunrise Group“ ein und möchte den Frauen helfen, mit ihren Ängsten und Nöten fertig zu werden und neuen Mut zu fassen.

Der Kontakt der Großenkneter Kirchengemeinde zur „Sunrise Group“ ist über Marion Cordes-Major zustande gekommen die viele Jahre als Physiotherapeutin in Großenkneten arbeitete und derzeit mit ihrem Mann Joachim aus beruflichen Gründen in Israel lebt. Die Großenkneterin engagiert sich ehrenamtlich bei der „Sunrise Group”, die Anlaufstelle für die stetig steigende Zahl von Brustkrebspatientinnen in Palästina ist. Zweimal in der Woche fährt sie von Tel Aviv nach Jerusalem, um mit den Frauen zum Beispiel Übungen zur Körperwahrnehmung zu machen. „Es ist sehr schwer, was die Frauen hier erleben“, erzählt sie. Beschwerlich sind schon die Wege. „Die Frauen aus Gaza werden für die Dauer der Bestrahlung für vier bis sechs Wochen stationär aufgenommen. Auf Grund der politischen Lage ist es ihnen nicht möglich, nach Hause zu fahren“, so Marion Cordes-Major. „Die meisten haben mindestens vier, viele aber auch sechs, acht oder mehr Kinder“, weiß sie zu berichten. „In ihren Augen sehe ich sehr viel

Angst“, erzählt sie.

„Die Spendengelder ermöglichen den Frauen ein bisschen mehr Lebensqualität und Lebensfreude“, so Marion Cordes-Major bei einem Besuch in Großenkneten. Jeder gespendete Cent komme bei den hilfsbedürftigen Frauen an, sagt sie.