GROßENKNETEN - Gut besucht war die Veranstaltung zum Thema „Futtermittel und Agrokraftstoffe - Flächenkonkurrenz im Doppelpack“ der Kommunalen Alternative (KA). Auch rund zehn Landwirte kamen in das Gasthaus Kempermann. Lebhaft diskutiert wurde über die Ausrichtung des Bauernverbandes, der versuche, sowohl die Interessen der mittleren Landwirte als auch die der Großen mit über 1000 Hektar zu vertreten. Es wurde gefordert, mehr die Interessen der kleinen und mittleren Betriebe in den Mittelpunkt zu stellen.
Zuvor hatte Reinhild Benning, Leiterin Agrarpolitik beim BUND-Bundesverband, über eine neue Studie berichtet. Besonders ging sie auf den Futtermittelverbrauch für die Massentierhaltung und die Globalisierung der Märkte ein. Anschaulich verdeutlichte sie, dass die Lebensmittelproduktion in allen Ländern durch „Futtermittel“ für die Agrokraftstoffe zusätzliche Konkurrenz bekommt. Die Zunahme der Biogasanlagen, die mit Mais bzw. anderen Energieträgern (Soja) betrieben werden, sei eine Entwicklung in der Landwirtschaft, die dringend einer Korrektur bedürfe.
Die Sojaanbauflächen für den Energiebedarf stünden in den Anbau-Ländern nicht mehr der Lebensmittelerzeugung zur Verfügung. Die Folge seien oftmals hungernde Menschen.
Ein weiteres Thema war die Subventionspolitik, bei der Großbetriebe zu Lasten der kleinen und mittleren Betriebe den Großteil abschöpften. Eine Million pro Jahr seien hier keine Seltenheit, hieß es. Selbst der König von England bekomme über zwei Millionen pro Jahr. Hier seien die Politik und auch der Bauernverband aufgefordert, die flächen- und mengenbezogene Subvention sofort abzuschaffen.
