GROßENKNETEN - Die Tiernahrungsproduzenten fühlen sich zunehmend vom Boom der Biogasanlagen bedrängt. Regional sei bereits mehr als die Hälfte der Mais-Anbaufläche an die Biogasproduktion gebunden, sagte Heinz Neesen (GS Agri/Schneiderkrug), Vorsitzender der Regionalgruppe Nord des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT), bei einer Versammlung in Großenkneten (Kreis Oldenburg). Neesen kritisierte die Förderung von Biogas als „krasse politische Fehlsteuerung“ und mahnte eine „kurzfristige Korrektur“ der Wettbewerbsverzerrung im Wettstreit um Rohstoffe an.
Zwar hätten auch die Tiernahrungsproduzenten 2009 die Wirtschaftskrise gespürt – dies aber bei weitem nicht so wie anderen Branchen, sagte Neesen. Die im Raumen Bremen/Niedersachsen produzierte Futtermenge sank um sechs Prozent. Am stärksten traf es Nutzgeflügelfutter mit minus 15,8 Prozent. Dazu habe die neue Käfigverordnung beigetragen. Er gehe davon aus, dass die Kapazitäten sich wieder erholen. Zurzeit gebe es einen Antragsboom.
Im Nordwesten sind nach Angaben des Verbandes 103 Betriebe (31 Prozent der deutschen Futterbetriebe) ansässig. Sie stehen für 40,3 Prozent der Produktion von Schweinemischfutter, Mastgeflügelfutter, Rindermisch- und Nutzgeflügelfutter.
In seinem Festvortrag über den globalen Schweinemarkt forderte Prof. Hans-Wilhelm Windhorst (Vechta) beherzte Maßnahmen zur Steigerung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit bei Qualität und Kosten sowie integrierte Produktionssysteme.
